Der Feind in meinem Topf?

von Susanne Schäfer, Taschenbuch ist als Neuauflage am 19.09.2016 im Goldmann Verlag erschienen, 256 Seiten, ISBN 978-3-442-17587-1

 

„Schluss mit den Legenden vom bösen Essen“ - so lautet der Untertitel der Neuauflage des Spiegel-Bestsellers von Susanne Schäfer, die sich als Wissenschaftsjournalistin seit Jahren kritisch mit Gesundheitsmythen und Ernährung auseinandersetzt.

 

Auch diesem Buch nimmt sie in ihrer ganz eigenen Art – einer Mischung von trockenem Humor mit Augenzwinkern und staubtrockenem, manchmal abschweifendem Schreibstil – so manche TV-Show (in welcher übergewichtige Kandidaten vorgeführt.... sorry, natürlich vorgestellt werden), so manche besorgte Mutti oder so manchen trendy Clean-Eater, FastFoodler, OnePottler, PichEater.... auf die Schippe. Merkt ihr, wie viele Arten von „Essern“ es gibt? Ob es sie tatsächlich gibt, weiß ich auch nach der Lektüre dieses Buches nicht – aber es war amüsant zu sehen, was die Autorin alles ausgräbt!

 

Auch die Foodindustrie bekommt natürlich ihr Fett weg: Mal geht es um das Geschäft mit der Angst, mal um Gesundheitserlebnisse in der Vitalothek... der geneigte Spiegel-/Zeitleser wird so manche Wortkreation wiedererkennen, oder?

 

Dieses Buch ist ein Rundumschlag, aus welchem man sich am besten nach eigenem Gusto das Passende für sich rauspickt. Denn so manches Mal saß ich nickend in meinem rückenschonenden Wippstuhl, beim Lesen ein paar Nüsse knabbernd; mal schüttelte ich aber auch verständnislos den Kopf (ok, bei meiner Oma gab es keine Tütensuppen oder das „geheimnisvolle“ Geschmackspulver im Schrank, liebe Frau Schäfer) und nehme einen kräftigen Schluck aus meiner Teetasse mit leckerem Detoxtee.

 

Und wenn schlußendlich alle einmal durch den Kakao gezogen wurden – die heutigen Agarwissenschaftler mit Bachelor mit ihren hochgezüchteten Superfood oder der kleine Bauer aus der Urzeit, der aufgrund Schimmelbilder am Korn dahinsiechte... - dann kann man das Buch schließen und wirklich mit einem Schmunzeln sagen: lass uns essen und trinken, wonach wir gerade Lust haben, was uns gut tut und worauf wir jetzt Lust haben... guten Appetit!

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.