Der kleine Laden der einsamen Herzen

von Annie Darling, erschienen im Mai 2017 im Penguin Verlag, Taschenbuch/Paperback, 400 Seiten, ISBN 978-3-328-10098-0

 

 

Leidenschaft für Bücher und urige Buchhandlungen sollte man haben, wenn man den ersten deutschsprachigen Roman des „Bücherwurms“ Annie Darling liest. Denn die Handlung spielt in einer kleinen, sehr mit seinen Personen verbundenen Buchhandlung in dem fiktiven Ort Bloomsbury statt. Über Generationen befindet sich „Bookends“ in Familienhand und als die letzte Patriarchin dieses Ladens verstirbt, vererbt sie ihn ihrer treuen Mitarbeiterin Posy Morlands, welche mit ihrem Bruder über der Buchhandlung wohnt. An ihrer Seite stehen nun nicht nur ihre ehemaligen Kollegen, deren Chefin Posy nun ist, sondern auch der Enkel der Verstorbenen, Sebastian, dem das Grundstück gehört. Sebastian kennt Posy schon seit ihrer Kindheit und so ziehen sich Sticheleien zwischen den beiden wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte.

 

Posy hat nach einer Phase der Mutlosigkeit eine wunderbare Idee, wie sie aus Bookends „ihren“ Buchladen macht, ohne den Charme dieses Geschäftes zu zerstören. Doch – obwohl sich ihre Zukunft immer mehr mit der von Sebastian verknüpft – ist sie dem jungen Mann gegenüber nicht ehrlich und so kommt es, wie es kommen muss – zum Schluss-Dilemma... mit Happy End?

 

Ich mag die Geschichte, die Annie Darling erzählt, denn ich mag Bücher und urige, persönliche Buchhandlungen. Ich mag auch die verschiedenen Erzählstränge – mal die Geschichte rund um Posy & Sebastian, mal um die Vergangenheit der Buchhandlung mit Cafe, mal um den unvollendeten Roman in Posys Schublade. Es macht auch Spaß, den Roman zu lesen, denn er ist flüssig geschrieben und gut ins Deutsche von Andrea Brandl übersetzt.

 

Allerdings geht mir manchmal die fast gezwungen wirkenden Streitereien zwischen den Protagonisten etwas auf die Nerven und so gibt es im Roman immer wieder auf mich leer wirkende Momente, die die Lesefreude stören. Inhaltlich scheint sich die Geschichte manchmal dahin zu schleppen; insbesondere wenn Außenstehende wie der ehemalige Studienkollege Sebastians auf der Bildfläche erscheinen.

 

Aber alles in allem ist der Roman wirklich unterhaltsam und durch liebevolle Details wie das Cafe zur Buchhandlung, der Beschreibung der beteiligten Hauptpersonen und den oft sehr emotionalen Szenen ein empfehlenswertes Buch, welches wunderbar in den Urlaubskoffer passt. Und wenn ich mir was wünschte dürfte, hätte ich gerne Bookends in meiner Nähe...

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.