Die Blütensammlerin

Band 3 der Mayerhofer Reihe

Roman von Petra Durst-Benning, erschienen März 2017 im Blanvalet Verlag, 512 Seiten, Paperback Taschenbuch, ISBN 978-3-7341-0012-3

 

Nun ist sie also da, die Fortsetzung nach „Kräuter der Provinz“ und „Das Weihnachtsdorf“, welche man als Fan der Reihe sofort anhand dieses romantisch-natürlichen Buchcovers erkennt. Die Autorin hat uns LeserInnen dieses Mal den Wunsch nach „mehr Lesestoff“ wieder erfüllt – war das letzte Buch „Das Weihnachtsdorf“ doch eher überschaubar ;)

 

In diesem Roman geht es um Christine, welche als Hausfrau und Mutter jahrzehntelang ihrer Familie den Rücken freigehalten und das Haus gemütlich und anheimelig gestaltet hatte... dann aber wurde sie sowohl von ihren flügge gewordenen Töchtern wie auch ihrem Mann verlassen. Sie muss sich neu orientieren und auf diesem Weg dürfen wir sie nun in diesem Band begleiten. Wir erleben einerseits den emotionalen Kampf mit ihrem Mann und ihrem eigenen Gefühlen, ihrer Verlustangst rund um das Haus und die Angst vor einem Neuanfang; wir erleben aber auch eine muntere, bunt gemischte Truppe Gäste, die sich für 1 Woche zwecks eines Kochwettbewerbs, der in Mayerhofen stattfindet, in die Bed/Breakfast-Zimmer bei der Protagonistin einquartiert haben. Und hier liegt meiner Meinung nach der Charme dieses Buches: wir dürfen wieder in mehrere Lebensgeschichten eintauchen, ob sympathisch oder nicht... wir dürfen die Entwicklung der einzelnen Charakteren miterleben, die sich zumeist dem Zauber des kleinen Genießerdorfes nicht entziehen können. Und wir erleben immer wieder Rückblicke in die vorherigen Romane aus dieser Reihe, so dass auch LeserInnen, welche die ersten beiden Bände nicht kennen, die komplette Geschichte und deren Hintergrund verstehen können.

 

Es „menschelt“ gewaltig und neben Liebe und Versöhnung finden viele Emotionen ihren Platz im Buch. Wobei die Geschichte immer im Hier und Heute bleibt und teilweise so aktuell wie eine Frauenzeitschrift wirkt. Mal blättern wir in der „Interieur“-Abteilung, mal schauen wir in die „psychologische Ratgeberecke“, mal dürfen wir in den Rezeptteil schnuppern... immer stimmungsvoll und menschlich.

 

Ja, ich gebe zu: von Zeit zu Zeit brauche ich für meine Seele ein Buch, welches irgendwie durch einen „Weichzeichner-Filter“ geschrieben wurde... ein Buch für die Sinne, denn es gibt wieder wunderbare Rezeptideen wie zum Beispiel das „Mayerhofener Erdbeer-Büffet“ oder diverse Sirups u.a., die mich sofort zur Schale Erdbeeren greifen ließen. Auch die Beschreibungen des Alm-Spaziergangs oder des morgendlichen Hunderundgangs um den See haben sofort Lust gemacht, sich in den eigenen Garten zu stellen, tief durchzuatmen und das Rundherum bewußt wahrzunehmen... das macht für mich persönlich übrigens auch diese Mayerhofen-Reihe aus: sie unterhält mich, bringt mich aber auch immer wieder „runter“ und zum durchatmen... ich mag das ;)

 

Dieser Roman ist kein Buch zum Durchhetzen, sondern – um es mit den Worten von Petra Durst-Benning auf Seite 435 zu sagen „Es war eine besondere Zeit, die Woche war irgendwie herausgelöst aus Zeit und Raum.“

 

Wer Lust hat, sich ein wenig aus dem eigenen Alltag in den Allgäuer Alltag des Genießerdorfes mit kleinen und großen Problemen der Bewohner und Gäste entführen zu lassen, wer es naturnah, ein bisschen im „Monet“-Stil oder mit Weichzeichner und romantisch mag, dennoch die Prise Alltag nicht vermissen möchte, dem mag ich „Die Blütensammlerin“ wirklich ans Herz legen. Für mich ein Roman, den ich gerne noch mal zum Entspannen im Urlaub oder gemütlich auf dem Sofa lesen, ja fast genießen werde...

 

Ihr möchtet gerne alle drei Bände lesen? 

 

"Kräuter der Provinz"

 

"Das Weihnachtsdorf"

 

habe ich bereits gelesen - schaut doch mal rein :-)

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.