Die Holunderschwestern von Teresa Simon

erschienen Juni 2016 im Heyne Verlag, Paperback, 512 Seiten, ISBN 978-3-453-41923-0

 

Die Geschichte beginnt mit Dampfnudeln & Vanillesauce – na, das ist doch das richtige Buch für mich! Aber nein, hier handelt es sich nicht um ein Kochbuch (obwohl es 'juhu' Rezepte zum Nachmachen auf dem Lesezeichen gibt!), sondern um den neuen Roman von Teresa Simon, einer bekannten deutschen Schriftstellerin, die unter diesem Synonym schon den Spiegelbesteller „Die Frauen der Rosenvilla“ geschrieben hat.

 

Ganz so fluffig wie die Dampfnudeln ist die Geschichte aber eigentlich nicht: in zwei Erzählsträngen erleben wir die Geschichte der „Holunderschwestern“ Fanny und Fritzi, zwei Zwillingsschwestern, die zur Zeit des Dritten Reichs in München gelebt und gearbeitet haben. Der zweite Strang geht in die Gegenwart und beginnt mit Katharina im Jahre 2015, einer Nachkommin der Zwillings-Holunderschwestern. Sie arbeitet als selbständige Schreinerin mit ihrer Freundin zusammen, bekommt von einem bis dato Unbekannten aus England die Tagebücher ihrer Tante Fanny gebracht und vertieft sich – parallel zur Arbeit an einer Ladentheke, die ebenfalls mit der Geschichte zu tun hat – in die Tagebücher... bis sie merkt, wie sehr ihre eigene Geschichte doch mit den Tagebüchern verwoben ist.

 

Der wunderbar flüssige Schreibstil, die gut recherchierten historischen Daten und die schönen „romantischen“ Elemente haben mich sofort in die Geschichte der beiden Frauen mitgenommen und gefangen gehalten. Ehrlich gesagt fiel es mir schwer, das Buch zwischendurch mal wegzulegen... aber 512 Seiten in einem Rutsch durchlesen konnte ich leider nicht.

 

Der Verlauf war auch nicht immer vorhersehbar und so hat das Buch die ganze Zeit eine gute Spannung aufrecht erhalten. Auch die Entwicklung am Ende war meiner Meinung nach nicht vorhersehbar, was mir wirklich gut gefallen hat.

 

Übrigens, nicht nur die historischen Abläufe sind weitestgehend real, sondern auch die Rezepte und Geschichten dahinter: ich kenne gebackene Holunderblüten von meiner Mutter (ebenfalls einer Münchnerin) und so manches Romandetail hätte auch in meiner Familie so stattfinden können.

 

Ein Rätsel bleibt allerdings: Gerne hätte ich „die Sirenen singen“ von Paul Klee kennen gelernt... aber ein bisschen Fantasie soll uns LeserInnen wohl bleiben...

 

Danke für diesen schönen, umfassenden, informativen und unterhaltsamen Roman, den ich sehr gerne empfehle.

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.