Die Oleanderfrauen

Roman von Teresa Simon, erschienen Januar 2018 im Heyne Verlag, Taschenbuch, Klappenbroschur, 544 Seiten, ISBN 978-3-453-42115-8

 

 

Nach „Die Frauen der Rosenvilla“ und „Die Holunderschwestern“ ist nun Anfang 2018 die neue historische Familiensaga „Die Oleanderfrauen“ von Teresa Simon entstanden. Die Müncher Autorin, welche sich seit einigen Jahren hinter diesen Pseudonym versteckt, lässt in Interviews gerne erkennen, wie sie in den historischen Geschichten aufgeht und das merkt man auch ihrem neusten Buch wieder an:

 

Die Tochter eines erfolgreichen Hamburger Kaffeebarons, Sophie Terhoven, feiert 1936 ihren 17. Geburtstag und ist somit im „heiratsfähigen“ Alter. Sie wird von ihrer Mutter Delia in die Gesellschaft eingeführt, die durch den Beginn des 3. Reichs gerade im Wandel begriffen ist. Sophies jüngerer Bruder Lennie schließt sich stolz dem sogenannten Jungvolk an. Der beste Freund der Familie, Hellmuth Moers, hat eine hohe Position in der neuen Partei inne... Innerlich wehrt sich Sophie gegen die Regeln, welche ihr aufgezwungen werden. So fühlt sie sich zu ihrem Jugendfreund Hannes hingezogen, der als Sohn der Küchin nun eine Ausbildung im Kaffeeunternehmen macht. Ihr zur Seite stehen ihre Tante Felicia „Fee“ Terhoven und ihr Schulfreund Malte.

 

Parallel dazu gibt es die Gegenwart-Geschichte rund um die Cafèbesitzerin Jule, welche ihr Strandperlchen in Hamburg eröffnet hat und nun mit einigen Widrigkeiten, wie ihrem Vermieter, zu kämpfen hat. Sie liebt hochwertigen Kaffee, historische Familiengeschichten und lernt so nicht nur ihre Freundin Aphrodite, eine junge Frau, welche einen außergewöhnlichen Brautmodenladen zwei Häuser weiter besitzt, sondern auch die ältere Dame Johanna und ihren Neffen Nils kennen. Im Laufe des Romans entwickelt sich eine Verbindung zwischen den beiden Erzählsträngen, da zuerst Johanna, dann Jule das Tagebuch von Sophie Terhoven zu lesen bekommen...

 

Die Geschichte der beiden jungen Frauen ist spannend – spannend im Inhalt und spannend erzählt. Sie ist mit Überraschungen gespickt. Gerade wenn man glaubt zu wissen, wie es weiter geht, baut die erfahrene Autorin einen Überraschungsmoment ein und gibt ihrer Geschichte so eine interessante Wendung... das macht süchtig, muss ich sagen ;) Und so fiel es mir immer wieder schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

 

Ein bisschen Geschichtsunterricht – wäre dieser in der Schule doch mal so unterhaltsam gewesen – ein bisschen Romanfantasie – ideal fürs Kopfkino... und das alles in gut lesbaren Sprache erzählt. Die Autorin verwendet treffende Attribute, ohne ausschweifend zu werden. Sie beschreibt ihre Szenen mit Bildern, ohne kitschig zu sein. Das Schwenken vom Tagebuch zur historischen Geschichte und dann wieder zur Gegenwart klingt zwar kompliziert, ist aber schon alleine durch die Veränderung des Schriftbildes gut nachvollziehbar.

 

Zusammengehalten werden die Geschichtsfragmente übrigens durch einen herzzerreißenden Brief, der mehrfach in dem Roman auftaucht: ...“Ich gebe dir ein paar getrocknete Oleanderblüten mit, die aus jenem Garten stammen, in dem du jetzt eigentlich unbeschwert spielen solltest...“ (u.a. Seite 8, 2 Absatz). Dieser Oleander scheint zu Anfang eher unscheinbar und ich habe mich lange gefragt, warum das Buch diesen Titel trägt, der sich auch in dem hübschen, ansprechend gezeichneten Cover wiederspiegelt... aber eines kann ich versprechen: Auflösung folgt ;) Und war mit viel Gefühl!

 

Ja, der neue Roman von Teresa Simon hat mich wie schon „Die Holunderschwestern“ absolut begeistert! Ich war gefesselt von den Geschichten, fühlte mich erinnert an die Geschichte meiner Großeltern durch die Historie und fieberte mit den Protagonisten bis zum Ende. Und ich empfand es zu keinem Zeitpunkt langweilig, aber ich konnte den Roman auch ohne dem Gefühl des „Unvollendeten“ und ohne Bedauern zuklappen – eine umfassende, packende, emotionale Geschichte war nach über 500 Seiten zu Ende erzählt und bleibt positiv im Gedächtnis! Daher eine absolute Empfehlung zum Jahresanfang von mir für alle, die historische Geschichten mit vielen Seiten, die verschachtelte Romane und viel Gefühl lieben.

 

  

PS: Die Rezepte am Ende des Buches haben mich überrascht, denn sie kamen unerwartet! Aber da ich solche Extras liebe, habe ich sehr gerne das Käsekuchen-Rezept ausprobiert (allerdings mit halber Menge als Muffins) und muss sagen: lecker! Ausprobieren empfohlen ;) am besten mit einer schönen Tasse aromatischen Kaffee...

  

Das Rezept habe ich *hier* für die Heißluftfritteuse & Backofen in der Menge abgewandelt und niedergeschrieben...

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.