Die Wolkenfischerin

Roman von Claudia Winter, schienen Dezember 2017 im Goldmann Verlag, Paperback/Taschenbuch, 400 Seiten, ISBN 978-3-442-48573-4


In ihrem neusten Roman entführt uns Claudia Winter von Deutschland nach Frankreich und dort in eine Welt der Gegensätze: die Autorin stellt uns einerseits das moderne Paris vor, in welchem die junge Gwenaelle ihr Glück versuchen möchte und auf der anderen Seite das kleine Dorf Moguériec in der Bretagne, in der Claire mit ihrer Familie & Vergangenheit konfrontiert wird. Vervollständigt wird die Geschichte durch Berlin, dem beruflichen Dreh- und Angelpunkt der Protagonistin Claire, welche dort für die Zeitschrift Genusto arbeitet.

 

Zu Anfang des Buches müssen wir uns in zwei Zeitzonen zurecht finden, was durch den anschaulichen Schreibstil und die wunderbar transportierten leidenschaftlichen Gefühle von Gwenaelle & Claire sehr einfach gelingt. Der Autorin gelang es – wie schon in ihrem Buch „Glückssterne“ - die Geschichten so bildhaft zu erzählen, dass sich vor meinem inneren Auge ein Film entwickelte bzw. ich mich später gefühlsmässig mittendrin befand.

 

So nimmt uns Claire mit in ihre alte Heimat, die sie aufgrund des Todes ihres Vaters und ihrem rebellischen Verhalten Richtung Paris verlassen hat. Lange hat sie das kleine Fischerdorf verleugnet und nur wenig Kontakt zu Mutter und Schwester gehalten... das Versprechen, wiederzukommen, hat sie jahrelang nicht eingehalten. Dies nimmt ihr ihre gehörlose Schwester Maely lange übel und so entwickeln sich aus einer vermeindlichen „Rückkehr“-Geschichte drei verschiedene Stränge: die Wiederannäherung der beiden Schwestern, das Neuerleben der alten Heimat und der alten Freunde und... natürlich darf auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen ;)

 

Dieses Mal nimmt uns die Autorin nicht nur mit Worten in ihren Roman mit, sondern bietet uns zum Schluss auch verschiedene Rezepte, welche in ihrer Geschichte eine Rolle spielen – so z.B. den bretonischen Butterkuchen, dessen Duft ich beim Lesen förmlich riechen konnte und sicherlich einmal nachbacken werde. Ich mag solche Verbindungen von Roman & Rezept ja sehr gerne und finde sie hier auch wirklich gelungen. Vielen Dank dafür!

 

Dieses Mal überzeugt mich auch das Buchcover, denn es passt meines Erachtens zur Erzählung. 

 

Wer ein bisschen Kitsch, ein bisschen französisches Lebensgefühl, ein bisschen jugendliche Rebellion und ganz viel Liebe sucht, der ist bei Claudia Winter`s neuem Roman genau richtig. Mich hat ihr neustes Werk deutlich mehr überzeugt als „Glückssterne) und daher gibt es von mir dieses Mal die volle „Wolkenzahl“ :-)

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.