Die Zitronenschwestern

Roman von Valentina Cebeni, erschienen März 2017 im Penguin Verlag, Taschenbuch, 448 Seiten, ISBN 978-3-328-10040-9

 

Elettra`s Mutter ist eine begeisterte, leidenschaftlich Bäckerin, die ihrer Tochter früh diese Leidenschaft beizubringen versucht. Als die Mutter erkrankt und alsbald im Sterben liegt, hinterlässt sie ihrer Tochter eine Bäckerei, die pleite geht und eine geheimnisvolle Nachricht, dass sie auf einer kleinen Mittelmeerinsel eine Antwort auf all ihre Fragen zu ihrer Vergangenheit bekommt. Kurzentschlossen reist sie dorthin und wird auf der „Insel der Witwen“ erst einmal unfreundlich und abweisend empfangen. Sie findet Unterschlupf in einem alten, entweihten Kloster und freundet sich nach und nach mit den drei Frauen, die dort noch leben, an... allerdings hat Elettra immer das Gefühl, dass ihr sowohl die Frauen im Kloster als auch die Frauen auf der Insel etwas verschweigen – und das macht sie neugierig.

 

So findet sie – auch mit Hilfe des Künstlers Adrian – Antworten auf ihre Vergangenheit und Verständnis für ihre Mutter und sie erlebt letztlich die Liebe der Zukunft...

 

Das Buchcover verspricht frische Zitronen, Kräuter und das Meer – und der Inhalt hält dieses Versprechen, nicht nur durch die Geschichte, sondern auch durch die geschickt eingeflochtenen kleinen Rezepte, welche die LeserInnen bei Laune halten sollen... ja, ihr merkt vielleicht am Unterton, dass dies bei mir nicht unbedingt gelungen ist. War ich anfänglich noch Feuer und Flamme (und habe mir vorgenommen, die Zitronenbonbons mal nachzumachen), so schwand meine Leselust immer mehr, denn obwohl die Geschichte wirklich interessant ist, konnte mich der Schreibstil nicht packen.

 

Nicht nur einmal ertappte ich mich im Überfliegen von Textpassagen oder schnellem Umblättern, was kein gutes Zeichen ist. Aber warum konnte mich das Buch nicht so begeistern? Es ist eine gewisse Langatmigkeit, die ich beim Lesen empfand. Zeitweise sprang die Begeisterung der Protagonistin über – so zum Beispiel als sie die alte Küche im Kloster nach der Renovierung sah und ein geheimnisvolles Heft in einem der Backöfen fand... aber dann verlor sich die weitere Geschichte wieder in langen Erzählungen. So kam auch das Schicksal der zwei im Kloster lebenden Witwen nicht so packend bei mir an; hier hätte ich mir einfach mehr Tiefe und Dramatik in den Worten gewünscht...

 

Natürlich ist das mein persönliches Empfinden, aber dieser Roman gehört leider nicht zu meinen März-Favoriten. Und dennoch: Geschmäcker sind verschieden und sollte euch die Geschichte einer geheimnisvollen Insel mit vielen Familienschicksalen, einem Schuss Liebe und noch mehr Leidenschaft für`s Backen begeistern, dann schaut ruhig mal rein ;)

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.