Roman: Drei mal wir - von Laura Barnett

Erscheinen im Kindler Verlag (Rowohlt)

 

Seiten: 496

 

ISBN: 978-3-463-40659-6

 

Als Hardcover und E-Book erhältlich

 

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Buchgestaltung Rezensionsexemplar: Hardcover, verspielt gestalteter Umband (welcher leider die Schlüssel-Szene nicht richtig darstellt) mit Blüten und Blättern, die sich im Inneren des Buches Seite für Seite fortsetzen. Übersichtliche Farbgestaltung (rot = erste Version; blau = zweite Version; grün = dritte Version).

 

 

Klappentext: Eva und Jim sind neunzehn und Studenten in Cambridge, als ihre Wege sich 1958 zum ersten Mal kreuzen. Eine Fahrradpanne führt die beiden zusammen. Was dann passiert, wird den Rest ihres Lebens bestimmen…

 

 

Eines vorneweg: Dieses Buch umfasst eine Spanne von 56 Jahren im Leben der beiden Protagonisten und als Besonderheit dieses Romans dürfen wir gleich 3 Versionen der Lebensstränge von Eva und Jim miterleben. Dies klingt auf den ersten Blick spannend – ist es übrigens auch – aber es bedarf auch einer gewissen Konzentration beim Lesen, damit man nicht den Überblick verliert. Die Orientierungshilfe der Drei-Farben-Gestaltung und der „Versions-Überschriften“ ist wirklich sinnvoll und hat mir teilweise sehr geholfen, mich in der richtigen Version wiederzufinden.

 

Zum Inhalt: eigentlich fängt die Geschichte ja schon vor der eigentlichen Schlüssel-Szene an: wir Leser bekommen mit, wie sich die Eltern von Eva und Jim kennenlernen und die beiden Protagonisten zur Welt kommen. Nach dieser Einleitung finden wir uns in Cambridge im Jahre 1958 wieder und die eigentliche Geschichte nimmt ihren Anfang.

 

Auf den Inhalt selbst möchte ich in dieser Rezension nicht besonders eingehen, denn meiner Meinung nach ist es wichtig, sich die drei Erzählstränge selbst zu „erarbeiten“. Wie bereits angedeutet, ist eine gewisse Konzentration vonnöten und ein Überfliegen eines Kapitels führt schnell zur Verwirrung. Denn manchmal ähneln sich die einzelnen Versionen, dann kommen neue Namen hinzu, die uns Leser bis zum Ende begleiten und wichtig für die Handlung eines jeden Stranges sind. Auch gibt es sogenannte „Knotenpunkte“, wo sich die Versionen scheinbar überkreuzen. Hhier spielen u.a. die Geburtstage von Evas Bruder Anton eine Rolle. Um hier den Überblick zu behalten, musste ich mich auf jeden Fall mehr konzentrieren als bei anderen Romanen, was für mich als „Schnellleserin“ anfangs eine echte Herausforderung war, mir aber im Laufe des Buches viel Spaß gemacht hat.

 

Nach einer Weile habe ich einige Parallelen zu meinen Erfahrungen in den Geschichten wiedergefunden bzw. einige Erfahrungen Evas sind mir nicht ganz fremd. Und durch den anschaulichen Schreibstil entsteht immer wieder ein Kopfkino, welches mich mit in die Geschichte nimmt. Ich kann mir daher gut vorstellen, dass dieses 3-Versionen-Buch eine prima Filmvorlage sein könnte…

 

Aufmerksame Leser finden immer wieder Kleinigkeiten, die tiefgründig sind. Hierzu ein Beispiel (Achtung Spoiler): In Version 1 sind Eva und Jim verheiratet. Eva zieht sich vor einer Party erst einmal einen schwarzen Overall an, den sie sich extra für diesen Anlass gekauft hat. Aufgrund eines bissigen Kommentars von Jim resigniert sie und zieht sich ein schwarzes, langes Kleid an, welches sie bereits auf einer Veranstaltung zuvor getragen hat. In Version 2 lebt Jim als Künstler alleine und Eva (die bereits eine Trennung hinter sich hat und alleine lebt) hat auf der Party einen schwarzen Overall an… ich lese daraus eine gewisse Art von Rechenschaft ablegen müssen bzw. sich am Partner orientieren müssen/wollen und auf der anderen Seite eine Freiheit, wenn man Entscheidungen alleine treffen darf/muss.

 

Manchmal greift eine Version auch der anderen vor wie z.B. (Achtung Spoiler) beim Tod von Evas Mutter Miriam: In Version 2 bekommt Eva den Anruf, dass ihre Mutter im Krankenhaus liegt und fährt nach London… Kapitelende. Dann beginnt Version 3 mit der Beerdigung – hier kann man wirklich ziemlich durcheinander kommen und das macht dieses Buch nicht nur interessant, sondern manchmal auch anstrengend.

 

Auch extreme Zeitsprünge - vor allem im hinteren Teil des Buchs – sind phasenweise schwer nachzuvollziehen und die Geschichte (Version) braucht dann eine Weile, bis sie mich wieder eingefangen hat. Beispiel (Achtung Spoiler) dafür ist Version 3: Eva trennt sich in einem Gespräch in den USA endgültig von David… Kapitelende. Das nächste Kapitel der Version beginnt dann mit der Beerdigung Vivians und es wird wie selbstverständlich vom Zusammenleben von Evas und Jims Familie erzählt.

 

Hier zeigt sich meiner Meinung nach auch das größte Manko dieses Buchs: die Masse der Infos bzw. was die Autorin inhaltlich alles in das Buch gepackt hat, kann so manchen Leser überfordern und hinterlässt dann ein gewisses Gefühl von Leere am Ende (ähnliches habe ich in anderen Rezensionen schon gelesen).

Ich selbst finde dieses Konzept spannend und habe mich gerne mitnehmen lassen, da die Geschichten für mich aus dem Leben gegriffen sind. Alle drei Versionen finde ich interessant und habe immer wieder überlegt, wie es weitergeht. Gut, überraschende Wendungen gab es keine, aber das hat das Buch realitätsnah gemacht und für mich gut lesbar.

 

Und daher kann ich euch den Roman ans Herz legen… haltet doch mal nach dem Tryptychon Ausschau ;)

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.