Frühstück mit Meerblick

Roman von Debbie Johnson, erschienen Mai 2017 im Heyne Verlag, Taschenbuch, Klappenbroschur, 432 Seiten, ISBN 978-3-453-42198-1

 

 

„Wenn dir ein Café nicht nur Kaffee und Kuchen serviert – sondern eine zweite Chance“ - so macht uns dieser Roman im Klappentext schon neugierig auf die Geschichte, die rund um Laura Walker, eine junge Witwe mit zwei Kindern, erzählt wird. Wobei man bei diesem Taschenbuch auch ruhig ein paar Worte über den Buchumschlag verlieren kann: Der Umschlag zeigt eine Bretterwand, davor einen Tisch mit skandinavisch-mediterran angehauchter Deko (ich habe übrigens versucht, diese wunderschönen Tassen noch zu bekommen... leider sind sie aus der Vorjahres-Kollektion von Nordal und daher schon vergriffen) und der Clou zeigt sich beim in-die-Hand-nehmen des Buchs: das Buch fühlt sich durch sanfte Rillen an, als ob man das Holz selbst anfasst – wirklich klasse gemacht! Auch die Farbgestaltung ist wirklich schön und stimmig.

 

So harmonisch und besonders wie das Äußere, so besonders und interessant ist der Roman darin: Laura verliert durch einen Unfall ihren Seelenverwandten und Ehemann, bleibt mit gebrochenem Herzen mit ihren beiden Kindern im Eigenheim in Manchester zurück und fasst aus finanziellen Gründen den Entschluss, beruflich Fuß zu fassen. Doch wie tun, wenn man keine Ausbildung im klassischen Sinne gemacht hat? Laura verfasst ein ungewöhnliches & unkonventionelles, mehrseitiges Bewerbungsschreiben auf eine außergewöhnliche Anzeige; gesucht wird Unterstützung im „Comfort Food Café“ in Dorset. Und Laura bekommt den Job, zieht mit Teenagertochter und Sohnemann ans Meer – für 6 Wochen.

 

Der Roman begleitet nun die Protagonistin diese 6 Wochen... und die Autorin zeigt einfühlsam und mit treffenden Beschreibungen die Welt der Dorfbewohner, der Cafebetreiberin und eine langsam beginnende Freundschaft mit den Nachbarn. Mit einer angenehmen Mischung aus Ernsthaftigkeit & Humor werden wir LeserInnen mitgenommen in die Entwicklung, die sowohl die Kinder als auch Laura machen... und mir geht es so, dass ich alles nachvollziehen kann.

 

Manchmal ist die Sprache so deutlich, dass man beim Lesen fast das Meer riechen oder die Sonne spüren konnte, die Erschöpfung der älteren Wanderin oder die Menschenliebe der Betreiberin... und nicht zuletzt Jimbo, der alte Labrador, vervollständigt das reale Bild.

 

Zum Ende hin wird die Geschichte vorhersehbar und sicherlich auch ein wenig kitschig – aber das verzeiht man diesem „Liebes“-Roman gerne; denn hier handelt es sich nicht nur um die Liebe zwischen zwei Menschen, sondern um die Menschlichkeit und die Liebe zum Leben.

 

Ich mag euch das Buch wirklich sehr ans Herz legen und bin mir sicher, auch ihr werdet den Roman so schnell nicht aus der Hand legen wollen. Debbie Johnson schafft es einfach, mit einer packenden Sprache, uns zu fesseln – hier merkt man dann auch ihre „Krimi“-Wurzeln ;) Auf jeden Fall gibt es von Herzen einen Daumen hoch und für mich ist „Frühstück mit Meerblick“ ein Roman, den ich gerne auch noch ein zweites Mal lesen werde.

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.