Glückssterne

von Claudia Winter, erschienen im Goldmann Verlag, November 2016, Taschenbuch, 416 Seiten, ISBN 978-3-442-48543-7

 

Josefine ist eine taffe Anwältin, welche ihr Leben komplett durchgeplant hat. Erfolgreich im Beruf arbeitet sie sich derzeit durch ihre Hochzeitsliste durch: Brautkleid, Torten etc. - sie weiß, was sie will. Im Kontrast dazu steht ihre Familie mit einer ganz besonderen Tradition: nur wer am Traualtar den Familienring trägt, wird eine glückliche Ehe führen... und genau dieser Ring ist der Grund für eine ungeplante Reise nach Schottland – 3 Wochen vor der Hochzeit, denn Josefines Cousine ist mit einem Musiker durchgebrannt und hat den Ring mitgenommen.

 

Das Leben der Protagonistin wird auf den Kopf gestellt: trotz ihrer Flugangst muss sie nach Schottland fliegen, denn sie möchte den Segen ihrer Großmutter – den bekommt sie aber nur, wenn sie mit dem Ring vor dem Traualtar steht! Dann landet die junge Frau in einem unbekannten Land mit Linksverkehr, Frühlingsregen und alten Häusern... Dinge, die Josefine nicht eingeplant hat und die sie dadurch wiederum aus der Bahn werfen. Einziger Halt ist immer wieder Adrian, der ihr sowohl im Flugzeug als auch in der weiteren Geschichte immer wieder beisteht. Der schottische Konditor passt allerdings überhaupt nicht ins Konzept und so wehrt sich Josefine mit Händen, Füßen und sarkastischen Worten gegen ihn...

 

Eigentlich mag man von der Geschichte gar nicht so viel erzählen, denn „Glückssterne“ ist ein typischer Liebesroman, der vorhersehbar geschrieben ist. Und da man eigentlich schnell das Ende erahnen kann, sind die kleinen Wirrungen und Windungen in der Geschichte selbst das Spannende und machen diesen Roman so liebens- und lesenswert.

 

Claudia Winter nimmt uns LeserInnen mit einer wunderbar mitreissenden, bildlichen Sprache mit nach Schottland und so manches Mal konnte ich vor meinem inneren Auge die typischen Häuser, die schöne Landschaft erkennen oder den Duft dieser kleinen Bäckereien förmlich riechen. Ich fühlte mit auf der Autofahrt mitten auf von hohen Hecken gesäumten Landstraßen oder dem Regen, der im Frühjahr auf einen herunter prasselt. Verbunden mit der zauberhaften Liebesgeschichte voller Kontraste hat es viel Spaß gemacht, den Roman zu lesen. Ein „Gute-Laune-Roman“, der einem das verregnete bzw. dieses Mal vereiste Wochenende versüßt hat, ohne mit seinem Inhalt unnötig zu beschweren. Und dennoch bleibt ein bisschen Wehmut nach 367 Seiten, wenn die Geschichte zu Ende ist.

 

Moment, werdet ihr denken: 367 Seiten? Ja, leider ist der Roman deutlich kürzer als die oben angegebenen 416 Seiten. Das finde ich wirklich schade, denn ich war überrascht, wie viel „Buch“ am Ende noch übrig war. Ein wenig versöhnlich gestimmt haben mich die 5 Rezepte, aber auf die Leseprobe von Claudia Winters „Aprikosenküsse“ hätte ich gut und gerne verzichten können.

 

Alles in allem finde ich „Glückssterne“ aber zauberhaft, das Buchcover für sich alleine gesehen ist wirklich sehr hübsch und ansprechend – meines Erachtens für das Buch aber wenig passend... und wie gesagt, die „verschenkten“ 50 Restseiten liegen mir ein bisschen schwer im Magen. Daher: 5 Sterne für den Roman, den ich sehr gerne gelesen habe – 4 Sterne für die Aufmachung des Taschenbuchs... und alles in allem eine gern gegebene Empfehlung an alle Liebesroman-Leseratten.

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.