Herrchentrubel - Graue Schnauzen, großes Glück

Paperback, 240 Seiten, erschienen Mai 2016 im Heyne Verlag, ISBN 978-3-453-20087-6

 

Herrchentrubel – Graue Schnauzen, großes Glück – ist der dritte Band der Herrchen-Trilogie (wobei es 4 Bücher mit Luna auf dem Buchcover gibt, aber nur 3 im Heyne-Verlag erschienen sind), welche von dem im Rheinland mit seiner zwei- und vierbeinigen Familie lebenden Autor in den letzten Jahren veröffentlicht wurde. Die Geschichte basiert auf dem Zusammenleben mit seiner Schäferhund-Rottweilerhündin Luna und seinem Terrier-Münsterländermix Wiki, deren Alltag er bereits in seinem Blog „Krawallmaus“ niedergeschrieben hat.

 

Mir ist dieses Trio neu und mich hat besonders der Untertitel „Graue Schnauzen, großes Glück“ angesprochen, da meine eigene Hündin mit 16 Jahren auch eine graue Schnauze ist und ich gespannt war, wie der Autor dieses Thema in sein Buch verpackt. Im nachhinein muss ich schmunzelnd zugeben: gut, dass ich den Blog nicht vorher kannte! Denn meine Erwartungen waren (natürlich?) eine andere – aber die Überraschung ist gelungen!

 

Herrchentrubel handelt von Luna und Wiki – ja, natürlich... aber nicht ausschließlich. Es geht auch um verschiedene Kategorien von Hundehaltern, Hundetrainern, Online-Hundeexperten und andere Hunde. Ein buntes, interessantes Potpourri in der Vierbeiner-Welt und wer sich in diese begibt, braucht Humor! Bestenfalls kann man über sich selbst lachen, denn die ein oder andere Situation wird man wiedererkennen.

 

Die „graue Schnauze“ taucht zwar immer wieder auf, steht aber eigentlich nicht im Mittelpunkt bzw. lässt sich der Inhalt der meisten Kapitel auf viele Hunde unterschiedlichen Alters beziehen. Aber ich sehe auch ein, mit Hunden wie Luna und Wiki kann man sich einfach nicht auf das „Altwerden“ beschränken.

 

Der Schreibstil ist komisch und die Worte treffend – selten habe ich beim Lesen so oft gelacht wie bei Herrchentrubel. Der trockene Humor lädt einen gleich auf der ersten Seite mit „Hell`s Granny“ ein und schließt erst zum Ende mit Atem anhalten und Daumendrücken ab... dazwischen gibt es ein Feuerwerk von Sarkasmus, schwarzem Humor, treffenden Analysen und lustigen Wortschöpfungen – die man mögen muss. Ich liebe diesen Stil sehr, kann aber auch andere Reaktionen verstehen, die mit diesem, teilweise derben Humor nichts anfangen können.

 

Und wer es nicht glaubt – hier ein klitzekleiner Auszug: „Luna ist elf. Weißt du, wie alt sie als Mensch wäre? Unter Berücksichtigung ihrer Größe und ihres Gewichts umgerechnet etwa fünfundachtzig! Wie kann man mit fünfundachtzig in einer Staubwolke am Horizont verschwinden, nur weil man sich auf eine Schlägerei freut? Das ist die brutalste Oma, die ich kenne. - Sei froh, dass sie keinen Rollator hat. (...) Dann wäre sie noch schneller...“ (1. Kapitel, Seite 17).

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.