HYGGE - Die dänische Art, glücklich zu leben

von Louisa Thomsen Brits, erschienen März 2017 im Mosaik Verlag, Festeinband, ISBN 978-3-442-39317-6

 

„Das Leben ist schöner mit HYGGE“ - so beginnt der Klappentext zu diesem Buch und als Dänemark-Begeisterte möchte ich laut zustimmen. Und so haben ich mich wirklich gefreut, als dieses Buch endlich in meinem Briefkasten lag. Überrascht hat mich dann auch gleich das Format: es ist ungewöhnlich klein (ca. 18 x 14 cm) und mit 192 Seiten auch nicht sonderlich dick (gerade in Bezug auf das kleine Format. Der Buchumschlag füllt sich schön griffig und angenehm an: angerautes Papier, welches mich ein wenig an englischen Tweed erinnert, das Bild ist ein wenig nach innen versetzt und man kann eine „Bilderkante“ spüren. Ich mag ja solche außergewöhnlichen Buchumschläge sehr und war daher schon beim Anblick glücklich... was sich leider nicht im Innenteil fortsetzte. Beim Durchblättern des Buches fielen mir sofort verschiedene Fotos auf, welche leider alle in schwarz-weiß waren. Leider waren sie teilweise verschwommen bzw. wirkten unscharf bzw. die Motive wirkten auf mich nichtssagend... sehr schade, denn dadurch wurde mir als neugierige Leserin gleich die „hyggelige“ Stimmung genommen.

 

Interessant fand ich dann aber wieder die Zitate, welche auflockernd und im Schriftbild deutlich abgesetzt sehr oft in die einzelnen Kapitel eingestreut wurden. So manche dazugehörige Hintergrundinfo findet man dann auch am Ende des Buchs, was ich als eine gute Idee empfinde.

 

Inhaltlich bin ich auch wieder zwiegespalten: Die Autorin hat einen recht trockenen Stil, der mich nicht so sehr berührt, sondern manchmal eher belehrend auf mich gewirkt hat bzw. mich an so manchen Lehrer in der Schule erinnert hat. Dann aber im nächsten Satz trifft sie mich wieder „mittenrein“ - so zum Beispiel mit „Im Gegenzug erfordert hygge von uns, dass wir eine Balance zwischen Selbstgenügsamkeit und engagierter Beteiligung finden, zwischen persönlicher Freiheit und Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse von anderen. Es impliziert eine achtsame, zivilisierte Art des Handelns, auf deren Fundament ungezwungene Geselligkeit und Vertrauen gedeihen“ (Seite 44, letzter Absatz).

 

Achtsamkeit, Einfachheit, Wohlbefinden, Gemütlichkeit und Zugehörigkeit – diese Punkte sind meines Erachtens „Hygge“ und daher war ich sehr neugierig auf das Buch... diese Kapitel hinterlassen durch die meines Erachtens anstrengende Art und Sprache einerseits eine motivierende Stimmung, aber auch das Gefühl „puh, einmal gelesen – jetzt kannst du das Buch weglegen“. Daher hat das Buch zwar viel Potential – ich bin damit aber nicht gut klar gekommen... mein Tipp: wenn ihr die Möglichkeit habt, dann lest euch mal ein und entscheidet selbst, ob euch die Autorin aus der Seele schreibt oder ihr euch belehren lassen wollt...

  

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.