Liebe auf drei Pfoten

Roman von Fiona Blum, Taschenbuch-Ausgabe – neu erschienen November 2016 im Goldmann Verlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-442-48518-5

 

 

Federica, eine schüchterne junge Frau, lebt ein zurückgezogenes Leben zwischen Dachgeschoßwohnung, Postfiliale und Frühstückspension. Sie ist anders als viele im großen Rom... und sie liebt Bücher. Wenige Freunde begleiten sie in ihrem Alltag... doch die Erfüllung ihres Wunsches nach einer eigenen Bibliothek wird ihr Leben ändern. Sie begegnet schüchternen, aber neugierigen Kindern... sie begegnet einer alten Frau, welche sowohl voller Katzenliebe ist, als auch ein Geheimnis mit sich trägt... sie begegnet einen schwer verletzten Kater, der sich in den Geruch ihrer Umgebung verliebt und so zum Leben zurückfindet... sie begegnet einem Tierarzt, der nicht nur ein Herz für Streuner hat... und so füllt sich langsam ihre Bibliothek und wird zu einem Ort der Menschen im Viertel – einer Begegnungsstätte und des Austauschs. Eben des römischen Lebens, weitab von Touristenströme und Lebenszwänge.

 

Ganz ehrlich muss ich zugeben, dass das erste Drittel des Buches für mich anstrengend zu lesen war, denn die Autorin packt sehr viel Informationen, Bilder, Geschichten und Gefühle in die Sätze. Diese sind zudem auch in große Absätze gepackt, so dass einem kaum Zeit „zum Atmen“ bleibt. Aber trotz – oder gerade wegen dieser geballten Informationsflut schafft die Autorin eine Stimmung, die mich an diverse Filme der 50ziger/60ziger Jahre erinnern oder an die typische Miracoli-Werbung. Und diese inneren Bilder passen wunderbar zu dem fein gezeichneten Buchcover, das ich wirklich zauberhaft finde.

 

Faszinierend fand ich, wie die Autorin Emotionen aufbaut, was mir ganz besonders bei der Geschichte rund um die 2 Kinder aufgefallen ist. Zuerst erscheinen sie im Buch nur mit ein/zwei Sätzen, erst viel später werden sie Mittelpunkt einer kleinen Teilgeschichte, deren Emotionen durch eine sehr gute Beschreibung ihrer Personen langsam aufgebaut werden und sich für mich in einem „Vulkanausbruch“ entladen, als der Sohn die Änderung seiner Mutter miterlebt. Da musste ich tief durchatmen und konnte so mitfühlen – auch wenn ich eine solche Situation selbst nie erlebt habe. Wirklich beachtlich, wie Fiona Blum hier mit Worten umgeht und diesen Spannungsbogen zeichnet, ohne ihn zu überspannen.

 

Zum Ende des Buchs wird dieses wieder leiser... und natürlich darf in Italien auch „amore“ nicht fehlen ;) aber dieses Thema wird fast schüchtern, jedenfalls nur zart & leise angesprochen... und fügt sich so ohne zu stören in die Geschichte ein.

 

Ich mag diesen Roman trotz anfänglicher Leseprobleme wirklich sehr und kann ihn – nicht nur Katzenfreunden – empfehlen. Wer ein bisschen Doris Day, Vespa, Miracoli-Stimmung mag, Bücher nicht nur überfliegt, sondern sich auch gerne mitnehmen lässt – für den ist die „Liebe auf drei Pfoten“ eine Lesereise wert.

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.