Mein Leben als Zucchini

- das Buch zum Film - 

Roman von Gilles Paris, Neuerscheinung 23.01.2017 - überarbeitete Neuauflage zur Verfilmung von Claude Barras (Filmstart 16.02.2017), erschienen im Albrecht Knaus Verlag, gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 240 Seiten, ISBN 978-3-8135-0770-6

 

Der neunjährige Icare, der lieber Zucchini genannt werden möchte, lebt alleine mit seiner Mutter, denn „der Vater ist mit einer Pute auf Weltreise gegangen“. Seit Zucchini denken kann, will er den Himmel umbringen und als er eines Tages im Wäscheschrank seiner Mutter einen Revolver findet, setzt er seinen Wunsch in die Tat um... nur trifft er versehentlich seine Mutter anstelle des Himmels und verkriecht sich auf dem Speicher. Inmitten von Äpfeln wird er von dem netten Kommissar Raymond gefunden, der ihn in das Kinderheim Fontainebleau bringt, welches ausschaut wie ein Schloss aus dem Film mit der Leiterin Papineau und „Heimwehstreuern“, den Heimbetreuern.

 

Icare lernt neue Kinder kennen, erfährt nach und nach deren Geschichte und erlebt die Hoch & Tiefs eines Kinderheims... wobei wir Leser uns gerne von der Story des schrecklichen Kinderheims mit Misshandlungen „grau in grau“ verabschieden dürfen, denn dieses Heim wird liebevoll geführt und man versucht den Kindern eine schöne Kinderheit zu bereiten. Wir erleben Zucchini und seinen neuen Freund Simon, den ängstlichen Ahmed, den immer hungrigen Jujube, die kleine Beatrice und Alice und seiner ersten „richtigen“ Freundin Camille im Alltag, der Schule, bei Ausflügen... alles wunderbar anschaulich und oftmals einfach „pur“ aus Kindersicht beschrieben. Manchmal erinnert mich das Buch ein wenig an Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“ - aber doch ist es ganz anders.

 

Die Sprache kommt mir nicht so fließend rüber, wie ich es aus anderen Roman kenne und erwarte; manches Mal habe ich das Gefühl, der Lesefluss gerät ins Stocken. Ob das an der Übersetzung liegt oder so gewollt ist, weiß ich nicht. Aber mir gefällt, wie Gilles Paris es schafft, mit treffenden Worten die entsprechende Stimmung aufzubauen und uns so als Zuschauer in die Situation mitzunehmen. Das macht Lust auf eine Verfilmung!

 

Wobei ich ehrlich gesagt ein wenig traurig bin, dass es sich bei der Verfilmung um einen Zeichentrick-/Animationsfilm handelt... ich hätte mir hier menschliche Hauptdarsteller mit einer ausdrucksvollen Mimik gewünscht, die ich mir beim Lesen des Buchs so gut vorstellen kann. Aber die animierten Figuren bestehen aus großen, runden Augen und einem Ballongesicht – leider? Ich werde sehen, ob es bei diesem „leider“ nach Anschauen des Films bleibt.

 

Das Buch selbst mag ich jedenfalls und auch wenn sich das Ende im Laufe der Geschichte immer mehr andeutet und somit vorhersehbar wird, überrascht der Autor wiederholt mit kleinen, wichtigen Details wie das Verhalten der Leiterin am Schluss des Buches...

 

Für mich ist das Buch kein Kinderbuch – daher führt den neugierigen Leser das Cover meines Erachtens auch in die Irre – aber es ist ein Buch, um Kinder ein bisschen besser zu verstehen, sich gut unterhalten zu fühlen und den Roman auch gerne ein zweites Mal in die Hand zu nehmen.  

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.