Sturmtage

von Leila Meacham, Roman-Neuerscheinung September 2016 im Goldmann Verlag, Paperback, 672 Seiten, ISBN 978-3-442-20517-2

 

„Sturmtage“ ist nach „Land der Verheißung“ und „Die Erben von Somerset“ der dritte Roman von Leila Meacham, der in deutscher Sprache erschienen ist. Und wer Familiensagas a la Dallas, Denver, Vom Winde verweht etc. liebt, der wird auch diesen Roman lieben :-)

 

Auf umfangreichen 672 Seiten passiert wirklich viel, was sich aber leicht lesen lässt: beginnend mit der Geschichte rund um die Geburt eines Zwillingspärchens, welche gleich nach der Geburt getrennt werden, zweigt sich die Geschichte erst einmal in zwei Erzählstränge auf. Man verfolgt Nathan, einen jungen Mann, der mit seinen Eltern und zwei Geschwistern eine Weizenfarm in den USA bewirtschaftet. Und man lernt Samantha kennen, eine junge Frau, welche auf einer Rinderfarm aufgewächst und mit ihrem Vater dort die Verantwortung trägt, während die Mutter in einem Stadthaus lebt.

 

Bald stehen in beiden Familien große Veränderungen an: Nathan lernt seinen leiblichen Vater und dessen Familie kennen, arbeitet bald in dessen Entwicklungsfirma für industrielle Gerätschaften mit und Samantha bekommt nach einigen Verwirrungen einen Heiratsantrag ihres engen Freundes aus Kindertagen... und doch verbindet diese beiden so unterschiedlich anmutenden Geschichten etwas. Sie lernen sich während einer Ölbohrung auf dem Anwesen von Samanthas Vater näher kennen... und mit diesem Kennenlernen fügen sich auch die beiden Erzählstränge mehr und mehr zusammen. Ein geschicktes Mittel der Autorin, nicht nur inhaltlich, sondern auch in ihrem Schreibstil die Leser mitzunehmen bzw. zu leiten – das gefällt mir wirklich gut.

 

Der Roman lässt sich leicht und locker lesen... aber man sollte nicht zu viele Stellen überfliegen, denn die Handlung wird von vielen einzelnen Charakteren bestimmt, deren Person/Handlung irgendwann wieder in der Geschichte auftaucht und dieser eine neue Richtung gibt bzw. „den Knoten“ löst. Aber das Lesen fiel mir wirklich leicht, denn Leila Meacham beschreibt sowohl die Personen wie auch die Umgebung so bildhaft, dass ich sofort einen Film vor Augen hatte und immer wieder an Südstaaten-Serien denken musste: eine große Rinderfarm a la Dallas (der Eindruck wird durch das Farmerhaus auf dem Buchcover noch verstärkt), auf der nach Öl gebohrt wird oder das Leben in der Stadt wie in „Winde verweht“ mit all den wunderbaren Kostümen und stattlichen Häusern. Ja, ich muss zugeben, der Roman hat mich wirklich einvereinnahmt und ich war fast traurig, als die Geschichte zu Ende war, obwohl dies nicht abrupt geschah, sondern man im „Nachspann“ sogar noch erfährt, wie die einzelnen Familien später weiterleben...

 

Und ich bin wieder einmal fasziniert von der Kreativität solcher Autorinnen wie Leila Meacham, die es schaffen, auf vielen Seiten (immer fast 680 Seiten – ein dicker Schmöker also!) eine solche Vielfalt an Persönlichkeiten und deren spannende Geschichten sowie ein bisschen wahre Geschichte so miteinander zu verbinden, dass ein wirklich toller Roman daraus entstanden ist. Wie schreibt der „Publisher Weekly“so treffend: ...mit einem ganzen Bouquet von Familiengeheimnissen, schicksalhaften Entscheidungen und unsterblicher Liebe... das trifft es tatsächlich ziemlich gut ;) und daher möchte ich euch gerne diesem Roman zum Zeitvertreib im neuen Jahr ans Herz leben. Viel Freude damit!

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.