Weil du mich liebst

Roman von Eliza Graham, neu aufgelegt Oktober 2016 im Blanvalet Verlag, Taschenbuch, 416 Seiten, ISBN 978-3-7341-0388-9

 

Dieser neu aufgelegte Roman von Eliza Graham, einer Journalistin und Autorin, welche mit Mann, Kindern & Hund in der Nähe von London wohnt, ist wie eine langsam erblühende Blume. Der Buchtitel erschließt sich einem eigentlich erst zum Schluss und man darf keine seichte Liebesgeschichte erwarten.

 

Eine? Nein, in dem Roman handelt es sich um zwei Liebes- und Lebensgeschichten zweier Generationen, zweier Frauen, die sich durch Zufall an einem besonderen Ort kennenlernen. Felix ist an diesem Ort vor über 60 Jahren aufgewachsen und musste ihn als Kind aufgrund der Kriegswirren verlassen; Minna wurde an diesen Ort zum Vergessen und für einen Neuanfang von ihrem Mann Tom gebracht. Die eine geht – die andere kommt... und dieses scheinbar Gegensätzliche zieht sich erst mal wie ein Faden durch die Geschichte. Wir erleben, wie sich die beiden Frauen näher kommen, aus ganz unterschiedlichen Beweggründen mehr voneinander wissen wollen. Und wir tauchen in zwei Zeitebenen ein, in welcher wir zuerst Felix (die eigentlich Felicity heißt) näher kennenlernen und in ihre Geschichte eingeführt werden. Anfänglich wird uns LeserInnen die Geschichte erzählt... langsam wandelt sich aber der Stil und Felix erzählt Minna die Geschichte rund um Kindheit, Liebe, Tod und den Krieg. Parallel dazu tauchen wir in die Geschichte rund um Minna und Tom ein ohne eigentlich den Hintergrund der Probleme zwischen den beiden zu erfahren. Erst ab Seite 300 wird mehr und mehr durch die Offenbarungen Minnas der alten Frau Felix gegenüber klar, was passiert ist. Man merkt, wie ein Knoten platzt – bei beiden Frauen... und wie zum Ende die Geschichte so eng miteinander verflochten ist, dass ich zufrieden das Buch zur Seite gelegt habe. Die Geschichten sind abgeschlossen.

 

Mir gefällt der Schreibstil, der in mir Bilder von kleinen Cottages, Stränden am Meer und den Wind hervorrufen. Aber ich empfinde es manchmal schwierig, dem Lauf der Geschichten zu folgen, denn das Verflechten der beiden Lebensgeschichten wirkt teilweise sehr kompliziert. Gerade weil Felix in ihrer Geschichte hin und her springt. Und ich das Gefühl habe, dass dies die Hauptgeschichte ist. Minnas Gefühlswelt ist eher in Felix Geschichte eingepackt, was vermutlich aus Autorinnensicht so beabsichtigt ist und erst zum Ende hin einen (fast dramatischen) Höhepunkt entwickelt.

 

Inhaltlich möchte ich gar nicht so sehr auf die beiden Geschichten eingehen, denn das würde vermutlich so manche Überraschung im Buch zunichte machen. Jedenfalls haben mich die Themen, psychologisch angehaucht – zur heutigen Zeit und aus der Kriegszeit – rund um Liebe, Kindheit, Erwachsenwerden, Verlust und Tod – gepackt und ich habe das Buch gerne zu Ende gelesen.

 

Alles in allem ein nicht einfach zu lesendes Buch, welches mich nicht sofort gefangen genommen hat. Aber es lohnt sich, wirklich alles zu lesen, denn es steht ziemlich viel drin ;) und zum Ende hin habe ich mich über das Lösen aller Verwirrungen wirklich gefreut, so dass das Buch einen wirklichen Abschluss bekommen hat.

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.