Wenn Mütter Rot sehen

Der tägliche Wahnsinn der Mommy Wars

Darf mein Kind Weißbrot essen? Ernährung ist eines der beliebtesten Diskussionsthemen in Elternforen

Habt ihr schon mal von „Mommy wars“ gehört? So manche(r) wird nun sagen: Mommy WHAT? Ja, im letzten Jahr empfand ich das Thema (Klein-)Krieg der Mütter als fast allgegenwärtig in den Social Medias bzw. diversen Frauen-/Mütterblogs... und komischerweise nur da, denn in meinem Alltag als Mutter von 2 Kindern, welche im Abstand von 17 Jahren auf die Welt kamen, kann ich diesen „Krieg“ nicht ganz nachvollziehen – weder heute noch vor 17 Jahren.

 

Natürlich gibt es verschiedene Standpunkte und diese werden auch gerne in der Pekip-/Krabbel-/Turn-/Kindergarten-/Grundschulgruppe kontrovers besprochen... nein, diskutieren wäre zu viel gesagt, denn oftmals scheint es fast ein Beharren auf die eigene Meinung zu sein. In der realen Welt wohlgemerkt! Von Angesicht zu Angesicht ist es für mich eher ein Austausch von Meinungen und kein Krieg. Denn ein Krieg zerstört Leben – und das tun wahrlich solche Gespräche nicht!

 

Ja, ich kenne auch den Ton in den Social Medias – in diversen Elternforen – die gerne mal anschuldigend und vorwurfsvoll klingen. Hier gebe ich zu, dass es oftmals so scheint, als ob beim Eintritt in die mediale Welt so mancher seine Erziehung bzw. guten Umgangsformen vor der Tür gelassen hat... und angestachelt von so manchem Online-Eltern-/Frauen-/Familienmagazin mit provokanten Überschriften oder Fragestellungen sprudelt bald ein Vulkan von Meinungen und Vorwürfen auf die meist weiblichen Leserinnen herab. Aber auch hier liegt es zumindest mir fern, von einem Mommy-War zu sprechen.

  

Nun fragt sich so manch eine(r), warum ich mich überhaupt mit diesem Thema befasse, wenn dieses für mich eigentlich gar nicht exisitiert? Nun, im Rahmen einer Leserunde auf „Lovelybooks“ durfte ich das Buch „Wenn Mütter Rot sehen – Der tägliche Wahnsinn der Mommy-Wars“ von Jana König, erschienen im Eulenspiegel Verlag, lesen. Ein Buch, welches sich mit den vielen kontrovers besprochenen Themen rund um Schwangerschaft, Kinderkriegen, Stillen, Impfen, Erziehung, Fremdbetreuung, Ernährung, Schnuller & Co und vielem mehr beschäftigt. Die Autorin stellt in einem lockeren Ton verschiedene Ansichten gegenüber, bedient sich hier auch div. Forenbeiträgen mit Pro & Kontra, so manchem sachlichen Einwurf und hält auch mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Sie selbst betont, dass es sich bei ihrem Buch um keinen Ratgeber handelt. Stimmt, denn davon gibt es in alle Himmelsrichtungen wirklich genug. So viele, dass diese junge Eltern auch schon wieder verwirren können – aber dies ist ein anderes Thema ;)

 

Unterhaltsam ist das Buch und wer gerne ein bisschen schmunzeln, Kopf schütteln oder nicken möchte, den Inhalt nicht 1:1 „bier-... sorry prosecco-ernst“ nimmt, dem mag ich dieses Buch trotz des „Mommy Wars“-Titels ans Herz legen... muss man aber nicht unbedingt lesen, besonders dann, wenn man nicht eine gewissen Gelassenheit und genug Selbstbewußtsein in sich und das eigene Tun hat.

 

Wie jetzt? Ja, mit einem Schmunzeln (nicht überheblich gemeint), mit einem Quentchen Gelassenheit und Selbstbewußtsein in die eigene Person, das eigene Wissen und Bauchgefühl und vor allem auch mit genug Respekt anderen Müttern/Vätern, deren Kids und deren unterschiedliche Meinungen & Erfahrungen gegenüber prallen auch solche Themen wie die sogenannten „Mommy Wars“ an einem ab.

 

Darf mein Kind nur Holzspielzeug haben? Die Meinungen gehen hier auseinander - und das ist auch gut so, denke ich.

Übrigens, habt ihr euch mal die Frage gestellt, ob es sich hierbei um ein modernes Phänomen handelt? So mancher „Experte“ scheint ja dieser Ansicht zu sein – ich bin es nicht ;) Warum? Weil ich mich mal mit meiner Mutter darüber unterhalten habe und sie bereits vor fast 50 Jahren im heute hochgelobten Familienverbund schon die Erfahrung gemacht hat, dass sie sich mit ihrem eigenen Bauchgefühl, verbunden mit der modernen Entwicklung in der Babyhygiene und Kindererziehung, gegenüber ihrer Mutter und Schwiegermutter wehren musste bzw. ihren eigenen Standpunkt immer wieder darstellen musste. Gelassenheit? Kam mit der Zeit – aber auch damals gab es schon unterschiedliche Meinungen, die eben kontrovers ausgetauscht wurden... mal mehr, mal weniger respektvoll – mal mehr, mal weniger verletzend. Dieses Phänomen ist also meiner Meinung nach kein „Kind der heutigen Zeit“, sondern gehört seit Generationen in unsere Welt: wo viele Menschen mit versch. Erfahrungen zusammenleben, wird es immer einen mehr oder weniger kontroversen Austausch von Meinungen geben.

 

Ich find`s gut, wenn der Respekt vor dem Gegenüber (sei es real oder virtuell) gewahrt bleibt.

  

Buchdaten: 

 

Wenn Mütter Rot sehen - Der tägliche Wahnsinn der „Mommy Wars“ von Jana König, erschienen November 2016 im Eulenspiegel Verlag, Taschenbuch, 160 Seiten, ISBN 978-3-359-01716-5

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.