Wohin der Wind uns trägt

Roman von M.W. Fischer, erschienen Januar 2017 bei Fischer Digital, Taschenbuch, 420 Seiten, ISBN 978-3-7418-8406-1 (auch als eBook/kindle Version erhältlich)

 

 

„Du packst das! Glaube ganz fest daran. Du bist keine Versagerin.“

 

Mit dieser Motivation beginnt die spannende Geschichte der jungen Sarah, welche mit Anfang 20 schon mehrere Pflegefamilien und einen Aufenthalt für schwererziehbare Jugendliche hinter sich hat. Nun hat sie an der Seite ihrer Großmutter die Chance, ein ganz neues Leben zu beginnen. Das fällt ihr aber schwer, denn die Vergangenheit holt sie immer wieder ein. Mal sind es „alte Freunde“, die mit ihr noch eine Rechnung offen haben; mal sind es Menschen in ihrem Arbeitsumfeld, welche sie gefühlsmässig immer wieder auf die Probe stellen. Ja, auf Probe fühlt sie sich in ihrem Leben... und in ihr erhärtet sich immer mehr der Wunsch, mehr über ihre Vergangenheit herauszufinden: über den Tod ihrer Eltern (für den sie sich die Schuld gibt) und über Dinge, die sie im verschlossenen Schreibtisch ihrer Großmutter findet.

 

An ihrer Seite befinden sich neben ihrer fürsorglichen Großmutter Emily auch der neue Nachbar Freddie und sein Neffe Ashton – alle versuchen mit ihren Mitteln, die junge Sarah in ihren Ups und Downs zu unterstützen. Und man ahnt es schon, es gibt natürlich ein Happy End ;) wie das aussieht? Das müsst ihr selbst nachlesen ;)

 

Ja, die Romangeschichte des Schweizer Debütautors ist wirklich spannend, auch wenn sie phasenweise etwas überladen wirkt, weil man das Gefühl hat, Sarah tapst wirklich in jedes Fettnäpfchen, was das Leben einem überhaupt zu bieten hat. Manches ist vorhersehbar, anderes wiederum hat mich beim Lesen überrascht. Jedenfalls hat mich Sarahs Leben so in den Bann gezogen, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe.

 

Und das war aufgrund der sprachlichen Ausschweifungen des Autors manchmal gar nicht so einfach. Mal wurden Momente ellenlang ausgeschmückt – und somit wurde mir als Leserin ein wenig die Fantasie genommen, die ich brauche, um Bilder im Kopf entstehen zu lassen und damit wirklich in das Buch eintauchen zu können; mal wirkten Kontraste in der Beschreibung etwas beschwerlich bis konfus:

 

Ein Beispiel findet sich gleich zu Anfang: „...hatten wir uns (Anm. Bobby & Sarah) wahre Liebe für immer geschworen. Dieses Versprechen hatte mich in dem Erziehungsheim am Leben erhalten, hatte mir jeden Tag Kraft und Hoffnung gegeben“ (Seite 8) – „Das ungute Bauchgefühl, das ich in Bezug auf Bobby schon längere Zeit verspürt hatte, hatte sich nun doch bewahrheitet.“ (Seite 10)

 

Zugute halten möchte ich dem Autor, dass er alle Erzählstränge, alle Ideen in der Geschichte schlußendlich auch zum Abschluss bringt und somit alle Fragen beantwortet sind. Und das Cover ist wirklich beeindruckend: die Gischt ist voller Kraft und wirkt wie einzelne Splitter, die sich zu etwas Ganzem zusammenfügen... die Kraft, die Wucht – das passt zu Sarahs Geschichte.

 

Alles in allem konnte mich die Geschichte an sich begeistern... allerdings der Schreibstil leider nicht. Da dies aber ein ganz persönliches Empfinden ist, möchte ich euch raten, einfach mal in die Buchvorschau (auf Amazon) reinzuschnuppern... und danke M.W. Fischer über die Überlassung dieses kostenlosen Rezensionsexemplares.

 

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.