Ziemlich schwerwiegend - der Erstlingsroman von Elizabeth Horn

„Ziemlich schwerwiegend“ ist das Erstlingswerk von Elizabeth Horn. Die Autorin, geboren in USA und lebt von Kindesbeinen an in D, kam durch ihre Lesefreude zum Schreiben, was bestimmt viele Leseratten von uns nachvollziehen können: Lesen regt die Fantasie an und so entsteht manche Geschichte im Kopf... bei mir wurden sie zu Teenie-Zeiten ins Tagebuch geschrieben – Elizabeth Horn packte sie in die Schublade und holte viele Jahre später „Clara & Co.“ wieder aus dieser heraus.

 

Erschienen ist das Paperback-Taschenbuch mit 408 kurzweiligen Seiten Anfang 2016 im Amazon-eigenen Montlake Romance Verlag (ISBN 978-1503937048).

 

 

Der Buchtitel „Ziemlich schwerwiegend“ zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, welches durch den flüssigen, locker-leichten Schreibstil schön zu lesen ist. So habe ich das Buch an einem regnerischen Wochenende in einem Rutsch durchgelesen. Nicht unbedingt, weil mich die Geschichte gefesselt hat und ich wissen wollte, wie es weitergeht, sondern weil die ganze Geschichte so einfach zu lesen ist, dass es fast entspannend war, ein paar Stunden gemütlich auf dem Sofa zu verbringen.

 

Die verheiratete Protagonistin Clara hat ein Gewichtsproblem – ja, sie selbst hat es mit sich... die anderen haben es nicht. Aber hier beginnt das „ziemlich schwerwiegend“ banal mit der körperlichen Unzufriedenheit der Hauptperson des Romans. Verschiedene Lösungsansätze durchlebt Clara mit ihrer Freundin Marion (mal ein Pilateskurs mit einem Sahneschnittchen, mal Aquagymnastik mit Qietscheentchen). Meist scheint die Geschichte ziemlich geradlinig und bricht nur kurz mal aus, wenn Clara durch ein Missverständnis mit dem „Sahneschnittchen“ in eine ungewollt komische Situation gerät.

 

Aber schnell geht’s zurück in die Spur, denn Clara lernt den Bäckermeister Carl kennen und seine Torten sind „ziemlich schwerwiegend“, so sollte man jedenfalls meinen. Aber langsam entwickelt sich die Geschichte vom körperlichen hin zu geistigen – den roten Faden immer schön im Blick.

 

Aus der Bekanntschaft mit Carl entwickelt sich neben Claras Ehe eine für sie wertvolle Freundschaft, die zeitweise sogar in Konkurrenz mit der von Marion steht, aber durch ein tiefgreifendes Ereignis rund um ihre Freundin diese wieder ins Freundschafts-“Boot“ zurückholt. Wir LeserInnen werden in die kleinen und größeren Alltagserlebnisse bildlich mitgenommen und fantasieanregend führt uns die Autorin weiter auf ihrem roten Fadensweg... bis hin zur „ziemlich schwerwiegend“den Entscheidung, wie sich die Protagonistin schlußendlich entscheidet.

 

Lässt sich meiner Meinung nach das Buch gut lesen, so komme ich inhaltlich nicht immer damit klar: manchmal bin ich von der jammernden Clara fast genervt, mal ist die Geschichte so vorhersehbar, dass mich alleine der locker-leichte Schreibstil zum Weiterlesen überredet. Aber es gibt auch Highlights wie zum Beispiel die „Nebengeschichte“ von Marion, die gar nicht so realitätsfern ist. Oder der Geburtstag Claras, der mich unsichtbar mitgenommen hat. Solche kleinen Erzählzweige lassen mich der Autorin dann auch das Ende der Geschichte verzeihen... warum? Ach, lest doch bitte selbst ;)

 

Alles in allem ist der Roman eine nette Unterhaltung mit einem Schuss Humor & Romantik – ideal als Sommerbuch am Strand oder eben an einem regnerischen Wochenende.

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.