"Zimtsommer" von Sarah Jio

Erschienen Sommer 2016 im Diana Verlag, Paperback, 368 Seiten, ISBN 978-3-453-35886-7

 

Ein Liebesroman, ein Krimi, eine Schicksalsgeschichte? Also: Roman steht auf dem Cover – aber eigentlich ist das Buch viel mehr. Es geht in zwei Zeitebenen um jeweils eine Frau, die in engem Zusammenhang mit einen Hausboot auf der „Bootsstraße“ steht bzw. auf diesem wohnt. Jede dieser Frauen erlebt ihre ganz besondere Liebesgeschichte und trägt ein tiefgreifendes Schicksal... und während die eine Protagonistin der Kriminalgeschichte ist, versucht die andere dieses Krimi-Rätsel zu lösen... klingt spannend? Ja, ist es auch!

 

Der Schreibstil der in den USA (genauer gesagt in Seattle) lebenden Autorin und Journalistin ist wunderbar flüssig zu lesen. Sie hält sich gerade so lange an Details auf, dass man diese vor dem eigenen inneren Auge sieht und so gleich in die beiden Geschichten eintauchen kann; manchmal war das für mich sogar so intensiv, dass ich an nicht nur einer Stelle Tränen in den Augen hatte...

 

Leider kann die äußere Gestaltung dem Inhalt nicht das Wasser reichen: Würde das Buch im Regal des Buchhändlers stehen, hätte mich das Cover nicht angesprochen. Ja – Blau ist die Farbe des Wassers und ja – die Ackerwinde spielt in dem Roman eine nicht unerhebliche Rolle... aber die Gestaltung ist trotzdem farblos: das Blau ist meines Erachtens kein Wasserblau und die Blüten konnte ich vorab nicht als Ackerwinde erkennen... Der Titel setzt sich aus der Leidenschaft für Zimt-Schnecken und dem Sommer zusammen, den Ada (die Hauptperson der jüngeren Zeitebene) auf dem Hausboot erlebt... aber irgendwie habe ich einfach das Gefühl, man hätte mehr draus machen können.

 

Mehr aus der Geschichte hat die Autorin aber gemacht, indem sie uns LeserInnen das ein oder andere leckere Rezept (u.a. von den besagten Zimtschnecken) geschenkt hat. Ich hatte ja bereits in einer anderen Buchrezension geschrieben, dass ich solche Rezepte sehr liebe und dann auch gerne zum Nachbacken rausschreibe. Meine Backerfahrung mit den zimtigen Schnecken steht zwar noch aus, aber das Rezept an sich klingt schon lecker vielversprechend!

 

Ja, dieses Buch ist ein absolute Empfehlung wert und ich werde sicherlich noch das ein oder andere Buch von Sarah Jio lesen... der Stil gefällt mir, ihre Auffassung und Wiedergabe des Lebens gefällt mir (u.a. erkennbar in den Nachbemerkungen der Autorin) und das ganze „Gesamtpaket“ ist mir einfach sympathisch.

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.