Mensch, ist das spannend – so ein Einschulungstest bei der Anmeldung zur Grundschule!

Nun ist es also soweit... unsere Kleinste ist ein Vorschulkind und wird im kommenden Schuljahr die Grundschule besuchen. Stolz haben sich die Vorschulkinder im Kindergarten einen Gruppennamen aussuchen dürfen und wurden mit Glitzer beim Waldpicknick auf „Sternschnuppenkinder“ getauft.

 

Fast zeitgleich flatterten bei uns Eltern die Anmeldungsunterlagen für die ausgesuchte Grundschule herein. Zuvor hatten wir bis zum Stichtag 30.09. unsere „Wunschschule“ in einer Umfrage der Gemeinde angeben müssen.

 

Also dann mal los – es wird ernst ;)

 

Den Anmeldebogen füllen wir bereits zu Hause aus, die gewünschten Unterlagen werden herausgesucht. Bei uns werden folgende verlangt (das kann aber von Schule zu Schule unterschiedlich sein):

 

  • Anmeldebogen/Personalbogen

  • Familienstammbuch

  • Einverständniserklärungen

  • Dokumentation aus dem Kindergarten (Entwicklungsberichte & Entwicklungsbogen)

 

Am Anmeldetag hole ich unsere Kleine etwas früher aus dem Kindergarten und wir laufen quasi über die Straße zur Grundschule. Endlich darf sie diese zum ersten Mal betreten! Und sie wird ganz still... ja, sie ist aufgeregt – wie ich es übrigens auch bin, denn nun kommt ein neuer Lebensabschnitt bzw. wir bereiten uns schnurstracks darauf vor.

 

Wir gehen die Treppen hoch ins Sekretariat – unsere Tochter läuft mutig vorneweg, nimmt aber dann meine Hand, als sie die Sekretärin sieht, die uns freundlich begrüßt. Wir geben unsere Unterlagen haben, bekommen den weiteren Fortgang erklärt und beantworten noch ein paar Fragen, während die Anmeldedaten in das PC-System eingegeben werden. Dann kommt auch schon die Schulleiterin ums Eck und begrüßt uns herzlich – unsere Kleine-Große gibt ihr noch etwas schüchtern die Hand und setzt sich dann auf den ihr angebotenen Stuhl.

 

Wir haben Glück, die Schulleiterin geht einfühlsam mit der Schüchternheit um, redet erst mal mit mir und bindet unsere Tochter immer mehr ins Gespräch durch Fragen nach ihrem Namen, ihren Geschwistern, ihren besten Freundinnen und ihrem Kindergarten mit ein. Schnell ist das Eis gebrochen und Schulleiterin und Kind unterhalten sich angeregt über die große Schwester.

 

Dann darf unsere Kleine eine Blume malen, was unsere Lütte sehr freut. Mit Feuereifer sucht sie ihre Lieblingsfarben raus, während sich die Schulleiterin mit mir unterhält. Auch ihren Namen darf sie über das Bild schreiben und dann bekommt dieses Bild einen Platz in der Mappe der Lehrerin – darauf ist die Kleine sehr stolz. Mir fällt auf, dass die Schulleiterin diese Gefühle wirklich gut fördert und so sofort ein positives Gefühl der Anerkennung entsteht, was mir wirklich gefällt, da es motivierend ist. Das merkt man auch bei den nächsten „Aufgaben“: unsere Kleine wird gebeten, ein vorgezeichnetes Haus nachzumalen. Danach darf sie zeigen, wie weit sie schon zählen kann... und schmunzelnd bremst die Lehrerin sie irgendwann aus, denn unsere Lütte ist mit Feuereifer dabei. Hier fällt mir auf, wie wunderbar die Kids bereits im Kindergarten spielerisch gefördert werden bzw. wurden, denn schon die Kleinen lernen im Morgenkreis das Zählen der anwesenden Kinder mit einer Feder, was immer alle zum Lachen bringt – und nebenbei eben auch noch die Zahlenreihe lehrt.

 

Mit Zahlen geht es dann auch weiter: erst darf unsere Tochter die Punkte auf dem Würfel erklären, dann werden 3 Würfel zusammengelegt und sie muss erkennen, welches die niedrigste und welches die größte Zahl ist. Hierbei dürfen die Würfel auch angefasst werden, mal gedreht und aufeinander gestapelt werden – spielerisch hakt die Schulleiterin „ihre“ Liste (kognitive, physische, Sprach-Entwicklung, auditive Merk- und Konzentrationsfähigkeit) ab, ohne dass unsere Lütte merkt, dass sie eigentlich gerade „geprüft“ wird. Mir gefällt diese Situation sehr – ich halte mich, auch optisch durch Zurückschieben meines Stuhls, aus der Interaktion der beiden raus und bin froh, dass sich meine Kleine ohne Vorbehalte mit der Schulleiterin unterhält. Sie schauen sich zusammen ein Bilderbuch an, nennen Tiere beim Namen und erfinden um einen „fliegenden Igel“ eine kleine Geschichte. Ich muss schmunzeln, denn bei unserer Tochter regt sich Widerstand, als der kleine Igel mit seiner Windel vom Himmel runterfliegen möchte – seit wann kann eine Windel fliegen? :-)

 

Ja, solch Widerstand darf sein! Und ich bin froh, dass unsere Lütte so viele verschiedene Facetten von sich gezeigt hat. Dass es auch anders sein kann, hat mir meine Freundin erzählt, deren Tochter ebenfalls bei der gleichen Schulleiterin den Einschulungstest machen musste. Die Kleine war von Anfang an auf Fragespiele aus und beantwortete viele Fragen bzw. Aufgaben mit „Was meinst du dazu?“ oder „Kannst du das denn nicht?“... meine Freundin meinte, sie wäre fast im Erdboden versunken, dabei zeigte sich hier gerade die Wortgewandtheit und Selbständigkeit ihrer Tochter.

 

Test also bestanden? Nun, es handelt sich ja hier nicht um einen wirklichen Test, sondern eher um eine Einschätzung, ob das Kind grundsätzlich schon so weit ist, in einem Jahr in die Schule gehen zu können. Bitte nicht vergessen, es dauert noch fast ein Jahr bis zur Einschulung und bis dahin macht das Kind noch große Entwicklungssprünge! Auch kann das Kind hier weder durchfallen , noch bestehen... also gibt es eigentlich gar keinen Druck – aber Aufregung ist natürlich normal und auch völlig in Ordnung; immerhin handelt es eine neue Situation in neuer Umgebung mit neuen Kontaktpersonen...

 

Wollt ihr mehr über die Hintergründe des Einschulungstests erfahren? Dann schaut mal HIER – hier findet ihr viele Informationen über die Grundschule, Einschulung u.a. zusammengetragen.

 

Wir freuen uns jedenfalls auf die Schule nächstes Jahr... und meine Kleine ging am nächsten Tag mit Stolz in den Kindergarten – als angemeldetes („Mama, ich bin jetzt angemeldet!“) Vorschulkind hatte sie natürlich jetzt jede Menge zu erzählen! Und als ich sie mittags wieder abholte, hatte sie mir ein Bild gemalt: Prinzessin Elsa mit einem fliegenden Igel... oha, der Windel-Igel hat ja wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen :-)

 

 

PS: in einem halben Jahr geht es zur Einschulungsuntersuchung beim Gesundheitsamt – ich werde berichten!

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.