Der Zauber des Hauses Ramblings

Roman von Kate Field, erschienen Januar 2019 im Goldmann Verlag, Paperback/Taschenbuch, 464 Seiten, ISBN 978-3442488155

 

Ich gebe lieber gleich zu Anfang zu, dass ich mir diesen Roman wegen des Buchcovers rausgesucht habe ;) Ein Cottage hinter hohen Hecken, mit Efeu und rosafarbenen Hortensien laden ein, sich in den Nordwesten Englands, nach Lancashire zu begeben und dieser Einladung bin ich sehr gerne gefolgt.

 

Die Debütautorin lebst selbst in dieser Graftschaft, was sich vielleicht auch an 'Ribble'mill und Ramblings erkennen lässt – die beiden Hauptkulissen des Romangeschehens. Die junge Cassie Bancroft versteckt sich als Gesellschafterin der betagten Frances Smallwood auf Ramblings, einem großen Herrenhaus mit angrenzender Farm. Sie hat ein Geheimnis, wodurch sie von ihrem Elternhaus und ihrer geliebten Schwester entfernt leben muss. Daß mit ihr etwas nicht stimmt, merkt vor allem der Frances Neffe; Barney misstraut ihr von der ersten Minute an. Auch die Frances Kinder stehen Cassie gegenüber sehr kritisch da – nur die Dorfgemeinschaft von Ribblemill nimmt die schüchterne Frau mit offenem Herzen auf.

 

Der Roman lebt von vielen Einzelheiten, die sowohl das Dorfleben als auch das Leben im Herrenhaus zu mit sich bringen und wir lernen viele Menschen kennen, die sich nach und nach in mein Leserherz schleichen. Der Zusammenhalt, das Helfen in der Not, der Neuaufbau der Dorfgemeinschaft und auch das Aufblühen der alten Dame Frances – Kate Field erzählt uns ihre Geschichte mit einer anschaulichen Leichtigkeit und gleichzeitig Tiefgründigkeit, dass man sich sofort in die Situation bzw. den Menschen hineinversetzen kann.

 

„Es war wie ein Leben in einem dieser luftdicht verschlossenen Beutel, in denen Ersatzbettzeug aufbewahrt wird. Zuerst fühlt man sicher und geborgen. Die Luft wird einem so langsam entzogen, dass man es kaum bemerkt. Bis man eines Tages feststellt, dass man sich nicht mehr bewegen kann...“ (S. 350, 2. Absatz)

 

Geht es euch auch so, dass ihr das Gefühl schon beim Lesen nachvollziehen könnt – das Vakkum spürt? Ich musste sofort an diese Tüten denken, bei denen mit einem Staubsauger Luft rausgesaugt wird ;)

 

Ja, die Geschichte mag nicht spektakulär sein und sicherlich ist das Ende in gewisser Weise für Vielleser dieses Genres voraussehbar. Aber es macht Freude, sich den Weg dorthin zu „erlesen“ und sich von Kate Field unterhalten zu lassen. Mir hat sie mit „Der Zauber des Hauses Ramblings“ ein schönes Lese-Wochenende verschafft und ich habe fast mit Wehmut das Buch geschlossen. Natürlich ist die Geschichte schlüssig zu Ende erzählt, alle Probleme sind gelöst... aber ich hätte gerne die beiden Protagonisten noch eine Weile länger begleitet. Von mir gibt es ein „Daumen hoch“ und eine Leseempfehlung für Englandfans, die romantische Geschichten und leichte Unterhaltung mögen.

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.