Die englische Fotografin

Roman von Dinah Jeffries, erschienen Juli 2018 im Bastei Lübbe Verlag, Taschenbuch, 384 Seiten, ISBN 978-3785726167, Verlagsempfehlung ab 16 Jahre

 

Die Autorin lebt von Kindesbeinen an in England, ist allerdings im malaiischen Malakka geboren und das merkt man ihrem Roman, der in Indien der beginnenden Neuzeit spielt, auch an.

 

Schon auf den ersten Seiten erzeugt die Autorin mit dem Rückblick in Eliza`s Geschichte – ihr Vater lebt und arbeitet in Indien und die ganze Familie verbringt die ersten Lebensjahre dort bis ihr Vater bei einem Attentat ums Leben kommt und die Mutter mit der kleinen Tochter nach England zurückkehrt – ein wunderbares Bild voller Traditionen, Farben und Gerüche Indiens. Diesen bildlichen Stil verfolgt sie auch konsequent bis zum Ende, auch wenn sich der Inhalt der Geschichte deutlich wandelt:

 

Die junge Eliza – nunmehr eine leidenschaftliche Fotografin am Anfang ihrer Karriere – kehrt in das Land, in welchem ihr Vater gestorben ist, zurück und bekommt am Hofe des Maharadschas die Aufgabe, das Leben der Familie zu dokumentieren. Sie bekommt nicht nur vordergründige Einblicke in das Leben voller Farben & Traditionen, sondern kann auch mit Hilfe ihrer neugewonnenen Freunde sowohl am Hofe wie auch in der britischen Gesellschaft immer wieder tiefer hinter die Kulissen blicken. Diese Einblicke birgen allerdings auch Gefahren und so lernt Eliza nicht nur die schönen Seiten Indiens, sondern auch die Gefahren kennen...

 

Natürlich spielt auch die Liebe eine Rolle in diesem Roman – und ich muss ehrlich sagen, hier verliert die Geschichte für mich an Spannung und reduziert auch ein wenig meine Lesefreudigkeit... und dennoch schafft es die Autorin, mich bis zum Schluß – teilweise mit vorhersehbarem Ende, aber auch mit Überraschungen – bei der Stange zu halten. Mit ein bisschen Bollywood, ein bisschen Krimigeschichte und immer wieder mit realitätsnaher Vergangenheitsgeschichte ist Dinah Jeffries doch ein lesenswerter Roman gelungen, von dem man sich einfach mitnehmen lassen und überraschen lassen sollte. Denn die Autorin zeichnet das Leben Indiens sehr vielseitig auf, indem sie ihren Roman nicht nur am Hofe spielen lässt, sondern die Protagonisten auch in die Armenregionen bzw. zum Aufbau einer Wasserversorgung auch in die Wüstengegend schickt und wir so von dem Land an sich ein interessantes Bild erhalten... meines Erachtens eine Hommage an ihre eigene Kindheit und ganz nach meinem Geschmack.

 

Eine Empfehlung gibt es daher auf jeden Fall für alle, die keinen typischen Historienroman erwarten, mit Bollywood-Liebe und Intrigen etwas anfangen können und der Autorin mit bunter Fantasie und allen Sinnen in ihre Geschichte folgen wollen... sich eben auch von dem romantischen Buchcover angesprochen fühlen und den Weichzeichner lieben ;)

 

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.