Die Seidentöchter

Roman von Cristina Caboni, erschienen Juni 2019 im Blanvalet Verlag, Paperback/Taschenbuch, 384 Seiten, ISBN 978-3734107382

 

 

Mailand und Paris – zwei faszinierende Städte und Metropolen der Mode – sind Mittelpunkt dieses Romans rund um Stoffe, Farben und die große Liebe.

 

In zwei Zeitebenen verwoben erfahren wir die Geschichte dreier Frauen: der jungen Camilla, welche sich von ihrer Ziehmutter Marianne abnabelt; der alten Marianne und ihre Vergangenheit mit einer nicht liebenden Mutter und Caterina zur Zeit rund um den 2. Weltkrieg, welche neben einer einzigartigen Gabe auch viel Leid erfährt.

 

Spannend sind die Geschichten aufbereitet, auch wenn mich besonders die Geschichten der Vergangenheit besonders gefesselt und zum Weiterlesen motiviert haben, ist auch die Gegenwartsgeschichte interessant, denn Camilla entwirrt die ganzen Fäden, welche die Familien in den letzten Jahrzehnten gesponnen haben – bildlich gesehen ;)

 

Der Roman lässt sich sehr gut lesen, was für die gute Übersetzung aus dem Italienischen von Ingrid Ickler spricht. Auch wenn mir nicht alle Personen sympathisch oder gar schlüssig sind, so finde ich das Gesamtkonzept rund um das Talent „aus Alt mach Neu“ - heute würde man das Upcycling nennen ;) - und die Gabe, besondere Mode zu gestalten, schon wirklich interessant.

 

„'Ehrlich? Ich fühle mich wahrhaftig wie eine andere Person.' 'Das liegt an dem Kleid, das deine Träume zum Ausdruck bringt...' <...> 'Ein neuer Tag, ein neues Jahr, ein neues Leben. In dir verbinden sich Kraft und Weisheit, damit du den Weg des Glückes gehen kannst, so lange, bis sich dein geheimster Wunsch erfüllt'“ (Auszüge S. 166 Mitte)

 

Der Roman hat durch die besonderen Kleidungsstücke eine ganz eigene Stimmung, die auch durch die Eingangspassagen – Stoffe werden nach Herkunft und Verwendung beschrieben – verdeutlicht wird.

 

Wer Spaß an leichten historischen Romanen hat, die Verwicklungen aufzeigen und sich mit dem Thema Mode & familäre Vergangenheit befassen, wer sich gerne berieseln lassen möchte und die Ausarbeitung der einzelnen Personen nicht bierernst, sondern eher intuitiv empfinden möchte, dem kann ich „Die Seidentöchter“ ans Herz legen. Ich habe den Roman gerne gelesen und mich in die Zeit zwischen Mailand und Paris einfangen lassen... welche übrigens auch wunderbar im Cover eingefangen wurde.

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.