Die Tulpenschwestern

Roman von Susan Mallery, Übersetzung von Barbara Röhl, erschienen Februar 2019 im HarperCollins Verlag, Paperback/Taschenbuch, 480 Seiten, ISBN 978-3959672429

 

 

Der Frühling ist nicht mehr weit und so strahlt einem dieses „Tulpenbuch“ förmlich aus dem Regal der Bücherei entgegen. Die amerikanische Bestsellerautorin Susan Mallery spinnt um die Dinge, welche das Cover so strahlen lassen – farbenfrohe Tulpen, zartes Seidenstöffchen und leckere Zimtschnecken auf frischem Grün – eine interessante Geschichte. Deren Protagonisten, die Schwestern Kelly und Olivia sowie Kelly`s Freundin Helen, leben in einer beschaulichen Ortschaft, in welcher es sich vor allem um Tulpen dreht. Kelly und ihr Vater betreiben einen Tulpengroßhandel und -gärtnerei, Helen hat das Café im Ort übernommen und kann dem Duft von Zimtschnecken nicht widerstehen. Die schicke Olivia, und jüngere Schwester Kellys, wuchs nach der Trennung der Eltern in einem Internat auf und hatte bislang nur wenig Kontakt zu Vater und Schwester. Umso überraschter ist Kelly, als ihre Schwester plötzlich für einen Sommer auftaucht und sich eine Auszeit im väterlichen Haus gönnen möchte...

 

Der Anfang dreier Erzählstränge rund um persönliche Probleme, die Liebe zur Schwester, eine vergangene Liebe und eine weitere mit Zukunft, verschiedene Berufspläne und jede Menge Konflikte ist gemacht... und ja, es passiert wirklich viel in den 480 Seiten! Aber irgendwie wirkt der Roman auch etwas unruhig, denn wir hüpfen quasi von Kapitel zu Kapitel und müssen immer wieder einen anderen Erzählstrang aufnehmen. Das wirkt verwirrend und macht mir wenig Freude, weiterzulesen. Da die Geschichte der drei jungen Frauen aber so interessant ist, bin ich doch dabei geblieben und muss letztendlich sagen: es hat sich gelohnt, sich durch das Buch – zweitweise – durchzukämpfen.

 

Es gibt neben einer jungen und flotten Sprache viele moderne Aspekte wie z.B. der Bau von kleinen Mobilhomes, caritative Auktionen oder Beziehungen mit großem Altersunterschied; aber auch Traditionen wie das Tulpenfestival oder überlieferte Rezepte machen den Roman lesenswert. Das Buch wirkt wie ein bunter Gemischtwarenladen voller Ideen, bei dem der Inhaber den roten Faden verloren hat... aber vielleicht liegt dies auch der Übersetzung? Ich glaube nicht, denn es werden wirklich viele Themen angesprochen – manchmal recht oberflächlich, manchmal geht die Autorin aber tiefer darauf ein... nur der Sinn vermag sich mir nicht immer ganz erschließen.

 

„Was beinahe genauso schlimm war, war die Tatsache, dass sie niemanden zum Reden hatte. Niemanden, den sie anrufen und bei dem sie sich beklagten konnte. 'Du wirst nie erraten, was meine Schwester, die Schlampe, gerade zugegeben hat.' Sie hatte keine Freunde...“ (S. 172, Mitte)

 

Nun, auf jeden Fall ist „Die Tulpenschwestern“ aber unterhaltsam und passt in den Urlaubskoffer oder eine Frühlingsauszeit. Wer sich gerne durch viele kleine Geschichten unterhalten lassen möchte, ist mit diesem Roman gut bedient, denn langweilig wird es einem bestimmt nicht mit den Schwestern, der Freundin und den Männern ;)

 

PS: Habt ihr nun Lust auf Zimtschnecken bekommen? Diese könnt ihr leicht nachbacken... und beim Genießen dann das Buch lesen ;) Das Rezept gibt es HIER!

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.