Für immer und ein Vierteljahr

Roman von Sonja Roos, erschienen Februar 2019 im Acabus Verlag, Paperback/Taschenbuch, 352 Seiten, ISBN 978-3862826384

 

 

„Die Hand schon am Türgriff, drehte sie sich noch einmal zu ihm um. 'Oh, und du wirst mich in diesen drei Monaten auf Händen tragen. Und das meine ich nicht im übertragenen Sinne. Ich will, dass du mich jeden Morgen die Treppe herunter und jeden Abend wieder hinaufträgst. Das sind meine Bedingungen.' Mit diesen Worten ließ sie ihn stehen wie einen Idioten, mit offenem Mund und ungläubigem Blick“ (Auszug S. 25)

 

Die Geschichte einer Ehe rund um Max, Jana und Juli(us) steht im Mittelpunkt des Erstlingsromans von Sonja Roos, eine deutsche Autorin und Redakteurin aus dem Westerwald. Für mich ist das eines der Überraschungsromane des Jahres 2019, denn der jungen Autorin ist es gelungen, vor meinem inneren Auge einen spannenden Familienfilm ablaufen zu lassen.

 

Worum geht es: Max will einen Schlussstrich unter die Ehe mit Jana ziehen, was allerdings nicht so einfach ist, da diese das „Geld mit in die Familie“ gebracht hat. Gerne möchte er jedoch mit seiner Freundin Lydia ein neues Leben anfangen, da macht ihm seine „Fast“-Exfrau einen Strich durch die Rechnung. Sie besteht darauf, dass Max ein Vierteljahr bei ihr und dem gemeinsamen Sohn lebt bzw. sie morgens die Treppe runter- und abends wieder raufträgt. Klingt kurios? Ja, ich dachte auch zuerst: Na, das ist wohl eine Schikane... aber wie im ganzen Roman steckt deutlich mehr Sinn dahinter als es auf den ersten Blick scheint.

 

Und wer nun glaubt, die Zeit bis zur endgültigen Trennung wird quasi larifari erzählt, der täuscht sich gewaltig! Denn Sonja Roos schafft es, ganz viel Hintergründiges, Kluges und auch Sozialkritisches in ihren Roman einfließen zu lassen, so packend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte und es sogar an Weihnachten noch mal gelesen habe.

 

Aus der Sicht der beiden Protagonisten kommt keine Langeweile auf, da es einfach interessant ist, wie sich die Geschichten langsam entblättern und zu einem logischen Schluß kommen. Die Sprache ist modern, unterhaltsam zu lesen, dabei weder plump noch plätschert sie dahin. Ja, mich hat der Roman wirklich im Stil und Inhalt begeistert!

 

„Entzückend“ ist mir übrigens als erstes eingefallen, als ich mir das Buchcover angeschaut habe. Die Schwere der Thematik lässt sich nicht erkennen, die Schrift wirkt fast etwas zu schräg... aber ansprechend.

 

Für mich ist „Für immer und ein Vierteljahr“ ein lesenswertes Buch, dem ich gerne eine dicke Empfehlung ausspreche.

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.