Neue Bekenntnisse eines Buchhändlers

*Werbung / Rezensionsexemplar*

von Shaun Bythell, erschienen 9. November 2022 im btb Verlag, Taschenbuch, 464 Seiten, ISBN 978-3442770670

 

Hier könnt ihr das Buch kaufen

 

„Oma und ich hatten eine Diskussion über den Zustand gebrauchter Bücher. Ich als Händler habe ise gerne in einem möglichst guten Zustand, aber Oma hat eine andere, interessante Meinung. Sie sagte mir: „Ich-e lese gerne Bücher, die schon von viele, viele Leute gelesen wurden. Ich liebe umgeknickte Ecken in Bücher, weil ich mich dann frage, warum die Person-e hier zu lesen aufgehört hat. Was iss-e passiert? Brauchte die Katze Futter? Hat die Polizei an Türe geklopft und gesagt-e, dass Ehemann umgebracht wurde? Oder musste man einfach pinkeln? Solche Sachen lassen einen nachdenken über andere Leute, die gelesen haben diese Buch.“ (Auszug S. 271)

 

Entweder liebt man dieses skurile Buch oder man legt es gleich ins Altpapier ;) Dieses Tagebuch des schottischen Second Hand-Buchhändlers Shaun Bythell zeigt den Alltag seines Buchladens, mal etwas wortkarg und zusammenhangslos, mal etwas ausführlicher wie oben im Auszug. Mal mit einer Prise Humor, mal informativ, mal belanglos. Der Autor spiegelt hier nicht nur sein Leben wider, sondern auch die bunte Mischung an Kunden und ihre Fragen, Buchverkäufern und ihre Erwartungen und Mitarbeiterinnen, Nachbarn und Freunden mit ihren besonderen Eigenarten. Das mag nicht immer lesenswert sein – aber diese Beurteilung ist ja bekanntlich sehr persönlich und auch stimmungsabhängig...

 

Ich tat mich am Anfang wirklich schwer, mich in dieses bunte Mischmasch an Zeilen einzulesen. Manchmal las ich nur ein paar davon, mal konnte mich das Buch seitenweise fesseln. Interessant waren die Ausführungen zu Augustus Muir zu Anfang eines jeden Monats; etwas skuril fand ich die Anmerkungen zu den Onlinebestellung, gefundenen Büchern, Umsatz und Kundenzahl am Anfang und Ende eines jedes Tages. Schmunzeln ließ mich der trockene Humor, der hin und wieder durchblitzte und Kater Captain, der federfleddernde Griesgram.

 

Es sind die kleinen, scheinbar unbedeutenden Anmerkungen und Anekdoten, die mich immer wieder zu dem Buch greifen ließen. Aber wer einen Roman oder eine zusammenhängende Geschichte sucht, ist sicherlich falsch beraten, zu „Neue Bekenntnisse eines Buchhändlers“ zu greifen. Für mich war es eher ein Zufallsfund, dessen Herkunft „Schottland“ und das Cover mit dem typischen unterteilten Fenster mich zum Lesen bewogen haben. Aber ich bin ein bisschen ratlos, wem ich die Lektüre ans Herz legen mag: einem Bücherwurm oder einer Buchhändlerin? Am besten einfach selbst reinlesen – und sich wirklich dafür Zeit nehmen... Ich habe jedenfalls kein Bedürfnis, noch den Vorgänger zu lesen; aber die Wahl an sich habe ich nicht bereut und wurde in weiten Teilen auch prima unterhalten.

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© Kathrin Nievelstein

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