Rückkehr in die Tuchvilla

*Werbung / Rezensionsexemplar*

Roman von Anne Jacobs, erschienen November 2020 im Blanvalet Verlag, Taschenbuch/Paperback, 624 Seiten, ISBN 978-3-7341-0772-6

 

 

Weg mit dem Geschmeiß! Wir brauchen ein Bayern der Arbeiter und Bauern! Das verbrecherische System muss zerschlagen werden, nur der Kommunismus wird uns alle retten! Lasst euch nicht die Butter vom Brot nehmen, Genossen!

 

Sebastian waren solche Parolen kannt, auch in Augsburg wurde sie bei Kundgebungen gerufen. Es hatte ihn immer gestört. Warum behandelte man die Genossen wie Kleinkinder? War es nicht vielmehr nötig, ihnen Wissen und Erkenntnisse zu vermitteln, damit sie die Wahrheit mit klaren Augen erkennen konnten?“ (Auszug S. 236/237)

 

Herzlich willkommen zurück in der Augsburger Tuchvilla!

 

Inmitten der politisch unruhigen 30iger Jahre werden wir nun in einem 4. Band – nach längerer Wartezeit – wieder in das Leben rund um die Fabrikantenfamilie Melzer mitgenommen. Wobei seit dem letzten Band viel Neues passiert ist, was mich erst einmal nicht so leicht in die Geschichte zurückfinden ließ. Gut, dass es gleich zu Anfang ein Personenregister gibt ;)

 

Aber im Laufe der ersten Kapitel bekommt man immer wieder Rückblenden bzw. typische Personeneigenschaften serviert, die nicht nur diejenigen mitnimmt, die die vorherigen Bücher kennen, sondern auch Neueinsteiger sicherlich in den Bann dieser außergewöhnlichen Familiensaga zieht.

 

Neben der jungen Generation rund um die Melzer-Zwillinge Leo und Dodo, bekommen auch die Angestellte Liesl und die unglückliche Tante Tilly ihre eigene Geschichte, so dass erneut ein buntes Potpourri an Unterhaltung geboten wird. Geschickt verbindet die Autorin zeitgenössische Fakten mit einer erfundenen Geschichte, die sich vielschichtig Themen wie Scheidung, Berufstätigkeit der Frau und die Abhängigkeit zum Ehemann, starres Frauenbild und natürlich erstarkender Nationalsozialismus annimmt. Kluge Ausführungen in Verbindung mit einer bildhaften, humorvollen und vor allem unterhaltsamen Sprachführung haben mich quasi durchfliegen lassen durch die über 600 Seiten. Und ich gebe zu: mit Bedauern habe ich das Buch beendet... dabei bleibt aber die Hoffnung, dass es vielleicht doch eine weitere Fortsetzung gibt – ich würde mich freuen!

 

Ein Wort noch zu dem Buchcover: Eigentlich mag ich ja die Aufteilung „Frau geht/schaut aus dem Bild“ ja nicht so, aber hier ergibt sich aus dieser Zusammenstellung ein guter Wiedererkennungswert und es sind so Kleinigkeiten wie der Mann auf dem Cover, welcher der Frau entgegenschaut – verbunden mit den wunderschönen Farben. Das Bild bietet einen interessanten Kontrast zu dem Covertext, der düster und schwer wirkt – das Bild erscheint eher fröhlich und positiv in die Zukunft gerichtet!

 

Und somit schließt sich der Kreis: „Wenn die Not am größten ist, ist die Hilfe am nächsten.“ (Auszug Buchcover)... denn Teil 4 hat wirklich so manche Überraschung parat und zeugt von Zusammenhalt und Zukunftsperspektive – Hoffnung eben :-)

 

 

 

 

Neugierig auf alle 4 Bände?

 

 

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© Kathrin Nievelstein

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