Winterengel

Roman von Corina Bomann, erschienen Oktober 2017 im List Verlag, Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, ISBN 978-3471351611

 

 

„Glas ist wie die Liebe... Es kann Jahrzehnte überdauern, aber von einem Moment auf den anderen zerstört werden....“ (Zitat Seite 5, 1. Absatz)

 

 

Die deutsche Autorin lädt uns in ihrem Winterroman ein, die Spiegelmacherin Anna Härtel, welche eine besondere Fingerfertigkeit im Herstellen zarter Glasengel hat, auf ihrer Reise nach England zur Queen Victoria zu begleiten. Wir befinden uns Ende des 19. Jahrhundert, Anna lebt im schwäbischen Spiegelburg und aus Zufall erfährt die englische Königin von ihren wunderschönen Glasengeln, so dass Anna an den englischen Hof eingeladen wird, um der Königin Glasengel für den Christbaum am Hofe zu verkaufen.

 

Ein junger Gesandter begleitet die junge Frau auf dieser Reise, welche sich erst einmal schwer tut, ihre kranke Mutter und jüngere Schwester zu verlassen. Sie erinnert sich aber an die aufmunternden Worte ihres verstorbenen Vaters und begibt sich somit auf ein spannendes Abenteuer.

 

Mit einer bildhaften Sprache schafft es Corina Bomann, in mir beim Lesen sofort Bilder vor meinem inneren Auge zu produzieren und die Figuren werden quasi lebendig. Man spürt fast den tiefen Schnee, die Aufregung bei der Überfahrt und die Neugier, vermischt mit Angst vor dem neuen Land. Man spürt Verzweiflung und Hoffnung... und ich muss ehrlich sagen, mir wurde beim Lesen kein einziges Mal langweilig! Obgleich ich nicht der absolute Fan von historischen Geschichten bin, packt mich die Reise rund um „schimmernde Träume und zerbrechliches Glück“ (Zitat Umschlagseite) und es bleibt spannend bis zum Schluss.

 

Auch die Gestaltung des Buches finde ich gelungen: der Umschlag ist fast klassisch und zurückhaltend gestaltet; verspielten Weihnachtskitsch sucht man hier vergebens und so hebt sich das Buch wohltuend von der Masse der derzeit modernen Buchcover ab. Kleine grafische Highlights bieten Sterne zu Beginn jedes Kapitels, welche somit das strenge Schwarz-Weiß-Bild etwas auflockern.

 

Obwohl ich das Buch bereits in der Vorweihnachtszeit das erste Mal gelesen hatte, habe ich es mir jetzt – bei Neuschnee zur Karneval – wieder aus dem Regal genommen und finde, man kann es zu jeder Jahreszeit lesen ;) Eine authentisch wirkende Historie und ein unterhaltsamer Sprachstil machen aus „Winterengel“ ein Lesehighlight, welches ich euch sehr gerne ans Herz legen möchte.

 

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.