Traditionelle English Breakfast Orangenmarmelade

Schon als Kind habe ich die englische Orangenmarmelade geliebt – ob bitter oder süß – Hauptsache viel davon auf dem Butterbrot war die Devise ;) Vor 40 Jahren gab es diese Marmelade allerdings nur selten in deutschen Supermärkten zu kaufen (das ist heute ja anders) und so haben meine Eltern in England immer Hamsterkäufe gemacht :-)

 

Nun beziehe ich seit einiger Zeit Saftorangen, Mandarinen und Zitronen direkt vom Orangenbauern aus Valencia, was den Vorteil hat, dass diese Früchte ohne lange Lager- bzw. Lieferzeiten direkt nach dem Pflücken bei mir ankommen, unbehandelt (also ohne Wachs und Gifte) sind und unglaublich gut riechen und schmecken... was liegt da näher, als neben Saft jetzt auch Marmelade selbst zu machen?

 

Aus meiner Englandzeit habe ich neben den Welsh Cakes- und Brownie-Rezepten auch eines für englische Breakfast-Marmelade mitgebracht und dieses möchte ich euch nun vorstellen – dazu noch folgende Anmerkung:

 

Wie die Orangenmarmelade letztendlich schmeckt hängt viel mit den verwendeten Orangen zusammen. Traditionell werden in England sogenannte „Sevilla“-Orangen verwendet, auch Bitterorangen verwendet. Allerdings bekommt man das Bittere auch durch das Kochen mit Schale in die Marmelade, wenn auch weniger ausgeprägt. Wer es süßer mag, aber nicht die zugefügte Zuckermenge erhöhen möchte, nimmt einfach Orangen und Mandarinen (diese sind ja von Natur aus süßer)... und eine solche möchte ich euch nun zeigen:

 

Zutaten:

 

1,2 kg unbehandelte Orangen

800 g unbehandelte Mandarinen

Saft einer unbehandelten Zitrone

500 ml Wasser

1 kg Zucker

 

(bei Bedarf 250 g Gelierzucker 2:1 und Orangensaft)

 

 

Zubereitung (im Topf auf dem Herd bzw. in der Cook4Me Multikocher)

 

 

 

Step 1:

 

Die Früchte heiß abwaschen. Dann werden die Orangen und Mandarinen mit einem scharfen Messer in feine Scheiben geschnitten. Die Enden (ohne Fruchtfleisch) wegwerfen.

 

Die Scheiben in einen hohen, großen Kochtopf geben

bzw

Die Scheiben in den Topf der C4M (Cook4Me) geben.

 

Die Zitrone auspressen, die Kerne entfernen und dann Saft & Fruchtfleisch zu den Orangenscheiben geben.

 

Das Wasser hinzufügen.

 

Step 2:

 

Topf: auf dem Herd auf höchster Stufe aufkochen lassen. Danach runterdrehen und auf niedriger Stufe rund 1,5 Stunden schwach köcheln lassen. Eventuell etwas Wasser nachgießen, wenn beim Köcheln doch zuviel Flüssigkeit verdampft und den Herd etwas runterdrehen.

 

C4M: manuell auf „Braten“ stellen und den Topfinhalt ca. 2 Minuten aufkochen lassen. Danach das „Braten“ beenden und manuell auf „Schmoren“ stellen. Die Orangen simmern ca. 1,5 Stunden vor sich hinköcheln lassen – man sieht kein Blubbern, aber es tut sich trotzdem was ;) Den Deckel beim Schmoren bitte nicht schließen.

 

Man kann aber als Spritzschutz ein feines Sieb oder eine sogenannte Kochblume o.ä. auf den Topf legen, falls es mal spritzen sollte.

 

Step 3:

 

Die Masse umrühren. Das Fruchtfleisch hat sich weitestgehend von der Schale gelöst. Die Schale ist ganz weich. Nun wird die warme Masse durch ein stabiles, grobes Sieb gedrückt – ich verwende hierzu ein Nudelsieb.

 

Den Saft auffangen. Ein paar Schalenstreifen je nach Geschmack kleinschneiden.

 

Für die weitere Verwendung brauchen wir 1 Liter des Saftes. Sollte ein bisschen von dem „gekochten“ fehlen, kann man das mit frisch gepressten O-Saft auffüllen.

 

Step 4:

 

Topf: Den Saft & die Schalenstücke nun in den hohen Topf zurückgeben und 1 Kilo Zucker unterrühren. Dann auf höchster Stufe aufkochen und dabei bitte immer schön rühren! Die Masse schäumt auf, dann den Herd etwas runterstellen und ca. 25 – 30 Minuten unter ständigem Rühren kochen lassen.

 

C4M: Den Saft & die Schalenstücke zurück in den Topf der Maschine geben und den Zucker hinzufügen. Manuell wird die C4M wieder auf „Braten“ gestellt und nun beginnt das Rühren... Hierzu am besten auch Kochhandschuhe verwenden, denn der Dampf ist wirklich heiß. Und aufgrund der guten Beschichtung der Maschine muss man auch nicht direkt auf dem Boden kratzen/rühren, die Masse muss aber in Bewegung bleiben, da sich das Aufschäumen dann in Grenzen hält.

 

Die Masse sollte ca. 25 – 30 Minuten kochen, sie beginnt dann zu gelieren. Diesen Vorgang kann man an den Blubberblasen erkennen, die beim Gelieren etwas „gläsern“ aussehen.

 

Sicherer ist aber der Geliertest: man nehme eine kalte Unterlage (Glasteller, Unterteller, Marmeladendeckel) und tropft etwas Marmelade darauf. Wenn diese langsam fester wird und beim Kippen des Tellers nicht mehr bzw. nur sehr wenig verläuft, dann ist die Masse geliert.

 

Bitte beachten: richtig fest wird die Marmelade erst beim Erkalten, daher flüssig abfüllen!

 

Step 5:

 

Ist die Wunsch-Konsistenz erreicht, dann in saubere Gläser mit Drehverschluss abfüllen, Glasrand säubern und sofort verschließen.

 

Manche drehen das Marmeladenglas auf den Kopf; ich habe die Erfahrung gemacht, dass – heiß eingefüllt – aber auch normalstehende Gläser ein Vakuum bekommen. Und die Deckelinnenseite verklebt nicht, was beim Öffnen schöner aussieht.

 

 

 

Abkühlen lassen und dann genießen – guten Appetit!

 

 

Noch ein paar Tipps bei der Zubereitung von Orangenmarmelade:

 

Tipp 1 – Was ist, wenn die Marmelade zu fest geworden ist?

 

Eine Zugabe von Geliermittel ist bei dieser Zubereitung nicht notwendig, da die Schalen der Zitrusfrüchte genügend Pektin enthalten. Solltet ihr dennoch Geliermittel verwenden oder ihr habt die Marmelade zu lange gekocht (es ist also zuviel Flüssigkeit verdampft) und ihr seht, dass die Marmelade nach dem Erkalten zu fest geworden ist, könnt ihr die Marmelade einfach in einem Topf erwärmen und mit frisch gepressten Orangensaft/Mandarinensaft mischen. Aufgekocht werden muss diese Masse nicht mehr. Einfach wieder in frische, saubere Gläser füllen und abkühlen lassen.

 

Tipp 2 – Orangenmarmelade aus gekauftem Saft?

 

Ja, das geht ;) wenn auch meiner Meinung nach der Geschmack darunter leidet... wenn ihr aber schnell eine Orangenmarmelade haben möchtet, verwendet neben (gekauften 100%igen) Saft bzw. selbst ausgepresstem Saft Geliermittel (z.B. 2:1) und bereitet die Marmelade nach Verpackungsanleitung zu. Geliermittel ist dann unbedingt notwendig, da das natürliche Pektin aus den ausgekochten Schalen des obigen Rezeptes fehlen.

 

Tipp 3 – Varianten

 

Probiert doch mal andere Zitrusfrüchte aus! Ob Grapefruit, Blutorangen oder eine Mischung aus allen... der Geschmack ist einfach Klasse :-)

 

 

Weitere Rezepte aus dem traditionellen Familienkochbuch meiner englischen Freunde, mal etwas abgewandelt, mal original:

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.