Das Haus am Ende des Fjords

*Werbung / Rezensionsexemplar*

Manchmal geht es mir wie der Protagonistin des Romans: Wenn ich ein emotionales Ventil brauche, backe ich Brot

Roman von Kiri Johansson, erschienen Juni 2020 im Heyne Verlag, Paperback/Taschenbuch, 480 Seiten, ISBN 978-3453424296

 

 

„Mit geschlossenen Augen nahm Isving das Gluckern des Wassers und die Melodie des Winds in sich auf. In diesen Augenblicken wusste sie, warum Island immer schon ihr Sehnsuchtsort gewesen war. Die Pferde, natürlich, aber wenn man erst einmal hier angekommen war, gab es noch so viel mehr zu entdecken. Thor hatte recht. Das Paradies war ganz gewiss nach dem Vorbild eines perfekten Tags in der isländischen Wildnis entworfen worden.“ (Auszug S. 243)

 

 

Nach „Islandsommer“ (erschienen Mai 2019) sind wir auch 2020 mit der deutschen Autorin Kiri Johansson wieder zurück im zauberhaften Island. Schon das stimmungsvolle Buchcover lädt zum Lesen ein und strahlt einem förmlich entgegen. Der Umschlag ist liebevoll gestaltet mit einer Innenkarte, was meines Erachtens ein Buch immer aufwertet und neugierig auf die Geschichte macht.

 

Wir lernen die Protagonistin Isving kennen, eine Dänin, die nach einem Schicksalsschlag nach Island ausgewandert ist und dort mit ihrer Schwägerin ein Bed & Breakfast mit Cafe eröffnet hat. Isving liebt das Backen von Brot, den entspannenden Besuch des Hot Pots auf ihrem Grundstück, die Islandpferde und singt auch gerne, wenn sie alleine ist. Sie kümmert sich schüchtern um ihre Pensionsgäste und sieht voller Zuversicht in die Zukunft... bis das Schicksal erneut zuschlägt und sie eine gesundheitliche Diagnose erhält, die alle Träume zunichte macht. In dieser Zeit begegnet sie Thor, einem isländischen Musiker, der sich nach diversen Auslandtourneen in seinem Heimatland inkognito eine Auszeit nimmt. Genuss, Natur, Pferde und Musik verbinden die beiden... ob das für eine gemeinsame Zukunft reicht?

 

„Das Haus am Ende des Fjords“ ist eine Liebesgeschichte – nicht nur zwischen Isving und Thor, sondern auch über das Land, die Leute und die Natur. Der Roman ist vielschichtig und dadurch meines Erachtens besonders interessant. Die Autorin erlaubt uns Einblicke in die Kultur der kleinen aussterbenden Fischerdörfer und in die wachsende Tourismusbranche, welche die Lücke füllen soll, welche der Verlust traditonsreicher Industriezweige wie der Fisch- und Walfang mit sich bringt. Sie beschreibt so bildlich die mehrtägigen Ausritte mit den stämmigen Islandpferden in die rauhe Natur mit Übernachtungen in kleinen Hütten, dass ich als Liebhaberin von Robustpferden sofort mitreiten möchte. Und sie verwebt gekonnt eine ans Herz gehende Liebesgeschichte mit den Schwierigkeiten, welche durch gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen, ohne dass diese übermächtig werden. Es heißt: genießen und doch den Blick für das Wesentliche und die Realität nicht verlieren. Dies alles geschieht in einem flüssig lesbaren Schreibstil, den ich bei dieser Autorin so mag. Sie nimmt uns in treffenden, aber einfachen und vor allem emotionalen Worten mit in ihre Welt, die ganz schnell auch meine Lesewelt wurde. Herrlich!

 

Die Geschichte mag vorhersehbar sein – aber der Weg ist das Ziel. Man sollte sich nicht vom Happy End beeinflussen lassen, sondern es zulassen, in die Geschichte einzutauchen sowie alle Erzählungen und Bilder auf sich wirken zu lassen. Ich gebe zu: zu gerne hätte ich Isving und Thor noch weiter begleitet: mit einem fast wehmütigen Seufzen habe ich das Buch geschlossen und die Geschichte für mich alleine weitergedacht...

 

Wer sich mit Romantik aus dem Alltag entführen lassen möchte, wer das rauhe Island mit all seiner vielfältigen Schönheit liebt, dem kann ich „Das Haus am Ende des Fjords“ ans Herz legen.

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein

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