Wunderjahre - Was wir wurden

*Werbung / Rezensionsexemplar*

Roman von Izabelle Jardin, erschienen Oktober 2020 im Tinte & Feder Verlag, Paperback/Taschenbuch, 379 Seiten, ISBN 978-2496701555

 

 

„Eva erkor ganz für sich die Parole „Kopf einschalten“ zum ureigenen Leitfaden. Sie fühlte sich nicht nur als Revolutionärin, dafür war sie, wie sie ganz genau wusste, viel zu schüchtern. Aber sie verweigerte sich still, wenn sie das Gefühl hatte, etwas passte nicht. Ganz allgemein oder nicht zur ihr.“ (Auszug S. 112)

 

Endlich!

 

Heiß ersehnt aufgrund des eindrücklichen Leseerlebnisses des ersten Teils (Libellenjahre) habe ich es kaum erwarten können, nun den zweiten Teil der Warthenberg-Saga aufschlagen zu dürfen. Die deutsche Autorin Izabelle Jardin setzt ihre Familiengeschichte mit Eva fort, der Tochter der in Band 1 im Mittelpunkt stehenden Constanze.

 

Wir bewegen uns zwischen den Jahren 1949 und 1961 – Jahre der Umbrüche, Rückschritte und gravierenden Veränderungen. All das sehen wir durch die Augen von Eva, die als junge Frau viele Verluste erleben muss, so dass sie sich vor allem mit ihrer Parole „Kopf einschalten“ weiter entwickelt. Dabei macht sie beinahe einen schwerwiegenden Fehler:

 

„Ich bin eine Frau mit schlechten Erfahrungen. - Und wenig Menschenkenntnis, mein Schätzchen. Von lauter bösen Erfahrungen ein bisschen verblendet und in ständiger Angst, das Schicksal hätte es garantiert immer nur in schlechter Absicht ausgerechnet auf dich abgesehen. Wenn ich dir jetzt noch einen Rat mitgeben darf: erst zuhören, dann nachdenken, dann handeln, ja?“ (Auszug S. 243)

 

Erneut schafft die Autorin einen Gleichklang von Emotionen und Fakten – man fühlt sich nicht im Geschichtsunterricht, aber dennoch bekommt man anschaulich durch die bildhafte Sprache das Leben der damaligen Zeit präsentiert. Ich fühlte mich beim Lesen quasi mit reingezogen in die Geschichte, konnte die Umgebung hautnah erleben. Der Inhalt mag vielleicht nicht ganz so spektakulär wie in Teil 1 zu sein; es sind aber die klugen Zwischentöne, die diesen Teil so lesenwert machen!

 

Der Beginn der Emazipation, der innerdeutsche Bruch mitten durch die Familie, die spannenden technischen Entwicklungen... gekonnt packt Izabelle Jardin diese Themen in einen emotionalen Familienroman, der mich von Anfang bis Ende gepackt hat.

 

Natürlich darf das Open End nicht fehlen, denn es gibt ja noch einen dritten Teil (Erntejahre), in dem nun die nächste Generation mit Bettina im Mittelpunkt stehen wird. Ich kann es kaum abwarten, diesen Band in Händen zu halten – hach, bis nächstes Jahr ist es echt noch lange hin :-)

 

Bis dahin kann ich Fans von Familiengeschichten der noch gar nicht so fernen deutschen Geschichte raten, beide Teile zu lesen... viel Freude mit Constanze (in Libellenjahre) und Eva (in Wunderjahre)!

 

Band 1: Libellenjahre - Die Geschichte von Constanze

Band 2: Wunderjahre - Die Geschichte von Eva

Band 3: Erntejahre - Geschichte von Bettina (erscheint 2021)

 

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein

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