Die Zeit der Weihnachtsschwestern

Roman von Sarah Morgan, erschienen September 2019 im mtb - MIRA Taschenbuchverlag, Taschenbuch/Paperback, 304 Seiten, ISBN 978-3745700350

 

 

Die Londoner Autorin ist eine meiner Lieblingsautorinnen, da ich sie mit vielschichtigen Geschichten mit einer ordentlichen Portion Humor und viel Tiefgang verbinde. Und so hat mich ihr neuster Roman „Die Zeit der Weihnachtsschwestern“ auch gefesselt.

 

Eigentlich ist der Roman kein typischer Weihnachtsroman mit „Bimmelchen & Liebesschmerz“, sondern eine Aufarbeitung einer Familiegeschichte, die tragischerweise 4 Tage vor Weihnachten begann. Die Mädchen Hannah, Beth und Posy verlieren bei einem Kletterunfall in den USA ihre Eltern und werden von der besten Freundin ihrer Mutter, Suzanne, adoptiert und mit in die schottischen Highlands genommen. Nachdem nun alle Kinder erwachsen sind, wird es zum Ritual, dass sich die Familie an Weihnachten in Glensay Lodge treffen... und hier setzt nun der Roman ein, indem er alle 4 McBride-Frauen kapitelweise erzählen lässt. Mal Rückblicke, mal Einblicke in das aktuelle Geschehen – so strickt die Autorin ein Kunstwerk aus verschiedenen Erzählsträngen zu einem interessanten, spannenden Ganzen.

 

Posy ist die Jüngste und liebt das Klettern wie ihre Eltern es taten. Hannah ist ein Zahlengenie und die älteste im Bunde. Sie ist ungebunden und äußerst erfolgreich in ihrem Beruf. Beth ist Mutter zweier Töchter, für die sie ihre Berufstätigkeit aufgegeben hat. Alle drei verkörpern einen besonderen Charakter und es ist spannend mitzuerleben, wie sie sich entwickeln und bei dem Familientreffen auch wieder aufeinander zu bewegen; denn die Schwestern hatten es bislang vermieden, über die Geschehnisse in ihrer Kindheit zu sprechen – untereinander, aber auch mit ihrer Adoptivmutter Suzanne, die das Vergangene trotz einfühlsamen Ehemann ebenfalls noch nicht verarbeitet hat.

 

Mit ihrer bildhaften und humorvollen Sprache lässt uns Sarah Morgan erneut an einer wunderbaren Familiengeschichte teilhaben. Sie streut gekonnt humorvolle Passagen ein wie z.B.

 

Bonnie (Anmerkung: Posys Hund) trägt Sexy Scarlet. Und es steht ihr , meinst du nicht? Ich werde sie einsperren müssen, oder wir werden im neuen Jahr garantiert Welpen bekommen.“ Sie küsste Bonnie, und Jason verließ still die Küche...“ (Auszug S. 258)

 

So manche Situation hat Wiedererkennungswert – vielleicht kennt die ein oder andere Mutter ja Lippenstift-Kunstwerke (wie „Sexy Scarlet“) ihrer Töchter auf Spiegel oder Wänden?

 

Ich habe mich jedenfalls erneut (nach „Die Stunde der Inseltöchter“) sehr gut unterhalten lassen und war fast ein wenig traurig, als die Geschichte zuende erzählt war. Wobei das Ende nicht abrupt kam, sondern man dem Fortgang logisch folgen konnte... ich mag dieses Tempo sehr.

 

Ein Cover mit Wiedererkennungswert, ein vielschichtiger Familienroman a la „Sarah Morgan“ und ein unterhaltsames Lesewochenende – ob nun als Weihnachtsgeschenk, als Einstimmung in die Weihnachtszeit oder einfach als herbstlicher Lesemoment... ich kann den neusten Roman der englischen Autorin wärmstens empfehlen!

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.