Der Liebesbrief

*Werbung / Rezensionsexemplar*

Roman von Ruth Saberton, erschienen 15.März 2021 im Aufbau Taschenbuch Verlag, Taschenbuch / Paperback, 477 Seiten, ISBN 978-3746637921

 

 

„Inzwischen fühlt es sich immer mehr so an, als habe mich das Schicksal hierhergeführt. (…) Natürlich hat es das. Hast du das je bezweifelt? Nichts passiert aus reinem Zufall, Liebling. Alles folgt einem ganz bestimmten Plan, man muss es nur zulassen.“ (Auszug S. 342)

 

 

Ruth Saberton war mir bislang unbekannt. Sie lebt mit ihrer Familie in Cornwall, wo auch ihr neuster Roman „Der Liebesbrief“ spielt. Sie wurde durch die rauhe Gegend, die warmherzigen Menschen und das Meer zu ihrer emotionalen Liebesgeschichte zweier Generationen inspiriert. Aber die Geschichte ist viel mehr als „nur“ ein Liebesroman:

 

Chloe hat vor zwei Jahren ihren Mann Nick an den Krebs verloren. Lange kommt sie nicht darüber hinweg. Sie verkriecht sich und kann auch nicht mehr malen. Irgendwann flüchtet sie vor dem Druck ihrer Umgebung nach Cornwall, denn dort hatte ihr verstorbener Mann in seiner Kindheit seine glücklichsten Tage verbracht.

 

Sie mietet das alte Pfarrhaus und lernt den Historiker Matt kennen, der für die Stiftung des alten Herrenhauses Rosecraddick Manor arbeitet. Durch ihre Intuition und Matts Leidenschaft zu dem dort geborenen Dichter Kit Rivers begeben sich die beiden auf eine emotionale und tragische Zeitreise.

 

Diese beginnt hundert Jahre zuvor mit der jungen Daisy, welche von ihrem Vater zur Genesung nach Cornwall geschickt wird. Sie kommt bei dem mürrischen Pfarrer unter und lernt eines Tages den jungen Kit kennen. Die beiden trennen die gesellschaftlichen Konventionen und verbindet die Leidenschaft zu Bücher und Gedichten... doch dann kommt der Krieg.

 

Was sich nach einem profanen Liebesroman anhört, ist ein vielschichtiger Gesellschaftsroman, der Historie und Gegenwart geschickt miteinander verbindet. Die englische Autorin greift neben den Emotionen rund um die Liebe auch die Verzweiflung und Blockade auf, welche einen nach dem Tod geliebter Menschen gefangen halten können. Sie nimmt sich auch der Dramatik des Ungewissen an, wenn Menschen im Krieg als Verschollen galten und was diese Nachricht mit den Zurückgebliebenen macht. Dabei malt sie nicht „schwarz/weiß“, sondern zeigt die Vielschichtigkeit der Gefühle und des Tuns auf...

 

Ich muss sagen, mich hat der gesamte Roman wirklich gefesselt und ich habe ihn gerne in einem Rutsch am regnerischen Wochenende durchgelesen. Die bildhafte Sprache bringt die wunderschöne Kulisse Cornwalls zur Geltung. Ausdrucksstark spiegelt sie auch das Wesen der Menschen dort wider: mal schrullig, mal elitär, mal fröhlich, mal zerrissen... Beim Lesen fühlte ich mich quasi mittendrin und es fiel mir schwer, nach Schließen des Buches die Protagonisten und ihrer Begleiter loszulassen.

 

Abgerundet wird der Roman durch das wunderschön gestaltete Cover (eingerahmt durch den dunkelrot gefärben Schnitt der Buchblätter), aufgrund dessen ich zu dem Buch gegriffen habe. Das urige Cottage, das saftige Grün und die Klippen hinunter zum Meer haben in mir die Lust auf die Geschichte rund um Chloe und Daisy geweckt. Überrascht hat mich dann aber der Verlauf... der lange nachhallt und meine Neugier auf weitere Romane der englischen Autorin geweckt hat.

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein

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