Wo sich die Sterne spiegeln

Roman von Susan Mallery, erschienen September 2019 im HarperCollins, Taschenbuch/Paperback, 464 Seiten, ISBN 978-3959673037

 

 

„Probleme verschwinden nicht einfach von selbst. Sie sind wie ein Fleck im Teppich, der immer wiederkommt. Du musst herausfinden, was darunterliegt.“ (Auszug S. 426)

 

 

Großvater Alberto nimmt die drei Halbgeschwister Malcolm, Callie und Keira bei sich auf. Er schenkt ihnen ein Zuhause voller Liebe und Familienanschluss. Aber die drei können mit der plötzlichen Familienvereinigung nicht gut umgehen und so kommt es zu vielen Konflikten zwischen den Neuvereinten.

 

Diese Konflikte werden von der Autorin in verschiedenen Handlungssträngen erzählt und erinnern mich daher in ihrer Erzählweise stark an „Die Tulpenschwestern“, wobei mich dort das Hin- und Herspringen zwischen den drei Geschichte eher irritiert hat. In ihrem aktuellen Roman hat Susan Mallery es geschafft, eine sehr gute Verbindung zwischen den drei Protagonisten herzustellen, so dass es Spaß macht, diese in ihren eigenen Gedanken zu begleiten.

 

Erneut beweist der Roman sehr viel Tiefgang. Er wirkt lebendig und ist spannend erzählt. Das Buch ist logisch aufgebaut und ich konnte alle Entwicklungen gut nachvollziehen. Alle Beteiligte wirken authentisch und irgendwie immer auch sympathisch – trotz kleiner Fehler, die man z.B. dem „großen Bruder“ Malcolm verzeiht.

 

Der Fluchtgedanke ist bei allen drei Geschwistern stark vertreten, daher finde ich das oben genannte Zitat passend (und habe es mir auch als persönlichen Merksatz auf mein Arbeitsboard notiert). Denn als die drei herausfinden, was sich unter dem Teppich – sprich hinter den Problemen eines jeden – befindet, sie sich endlich aufeinandereinlassen und gegenseitig vertrauen können, entsteht eine starke Gemeinschaft.

 

Natürlich darf auch die Liebe nicht fehlen, was dem Roman ein wenig die Geradlinigkeit nimmt; diese Sidestorys machen ihn aber besonders interessant und unterhaltsam. Sie nehmen ihm ein wenig die thematische Schwere.

 

Kritik gibt es nur an Titel und Cover: der englische Originaltitel „When we found Home“ ist meines Erachtens deutlich aussagekräftiger und passender als „Wo sich die Sterne spiegeln“. Auch erschließen sich mir Seesterne, Muscheln, Boote und Holzwände auf dem Buchcover nicht... nun denn, der Inhalt zählt und der ist wirklich gelungen und meiner Meinung nach absolut lesenswert!

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.