Das Tal der Orangen

Roman von Beatrice Courtot, erschienen Juni 2019 im HaperCollins Verlag, Taschenbuch/Paperback, 240 Seiten, ISBN 978-3959673136

 

 

Das Erstlingswerk der noch jungen Beatrice Courtot handelt von einer faszinierenden Familiengeschichte, in der Orangen(blüten) und das traditionelle mallorquinische Gebäck „Ensaimadas“ eine tragende Rolle spielen. Anäis hat in ihrer kleinen Pariser Bäckerei die Rezepte der Urgroßmutter übernommen... und wusste nichts von deren Vergangenheit. Umso mehr hat sie eine Kontaktaufnahme Soller/Mallorca überrascht, denn dort hat man eine geheimnisvolle Blechdose bei Abrissarbeiten gefunden... der Beginn einer Zeitreise auf zwei Erzählebenden, die sich nicht nur für Anäis, sondern auch für uns LeserInnen spannend gestalten.

 

Mich hat der wunderbare Schreibstil der Autorin überrascht: sie erzählt so anschaulich und stimmungsvoll, dass man sich sofort in das Erzählte hineinversetzen kann. Ein gutes Zeichen, wenn sich Bilder vor dem inneren Auge aufbauen und man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag ;)

 

„Die alte Damen führte die Finger an die Lippen, um zu bedeuten, dass die Ensaimadas köstlich waren. Blitzartig standen Anäis die Gesten ihrer Urgroßmutter wieder vor Augen, die sie so oft in Paris bei ihr gesehen hatte. Sie hing an den Lippen der alten Frauen und wagte nicht, sie zu unterbrechen.“ (Auszug S. 100, Mitte)

 

Grund für die Faszination, welches der Roman ausstrahlt, ist auch die Geschichte rund um die Freundschaft von Martha und Anäis Urgroßmutter Magdalena – nicht zu vergessen aber auch die gemeinsame „Geschichtsreise“ von Anäis selbst und Miquel... was sie wohl miteinander verbindet?

 

Abgerundet wird dieses wunderbare Buch durch kleine Rezepte wie Jungfernkrapfen, Mandelmilch und natürlich Ensaimadas zu Anfang mancher Kapitel... habe ich nicht schon mal früher erwähnt, dass ich solche leckeren „Einlagen“ liebe? Ein Grund mehr, diesen Roman mal wieder zur Hand zu nehmen... meine überraschte Empfehlung an alle, die die Sonneninsel Mallorca lieben, ein Faible für Geschichte und auch Tradition haben und bei einer kleinen Bäcker-Leckerei nicht Nein sagen können ;)

  

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.