Die vier Gezeiten

*Werbung / Rezensionsexemplar*

Roman von Anne Prettin, erschienen 26.02.2021 im Lübbe Verlag, Festeinband, 480 Seiten, ISBN 978-3785727317

 

„Ein Dornkaat (ist) wie ein Ausrufezeichen. Adda wusste, dass Eduard damit dasThema zu beenden gedachte. Jedes weitere Wort würde verpuffen. In Eduards Welt setzte der Schnaps einen Strich unter Vertragsverhandlungen, unliebsame Themen und Ehen.“ (Auszug S. 38)

 

Das Leben auf Juist ist geprägt von Traditionen, sei es die kleinen in einer Familie, sei es die großen in der Bevölkerung der Nordseeinsel. Eduard ist Bürgermeister von Juist – ein gealterter Nicht-Juister, der mit teils starrem Leitbild nicht nur der Inselgemeinde, sondern auch seiner Familie vorsitzt.

 

Dabei steht er in diesem neusten Familienroman von Anne Prettin eigentlich gar nicht im Mittelpunkt: die Geschichte dreht sich vor allem um die Frauen – vier Generationen lernen wir in verschiedenen Zeitebenen kennen: Großmutter Johanne, Ehefrau und Mutter Adda, die vier Töchter Marijke, Frauke, Theda und Wanda sowie Helen als jüngste Generation, welche auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter ist und Adda als „Anlaufstelle“ genannt bekommen hat.

 

In dem Roman machen wir viele Zeitsprünge, welche mich anfänglich beim Lesen irritierten. Aber schnell wird ein logisches Ganzes daraus und die Geschichte fügt sich wie ein Puzzle zusammen. Richtig spannend sind die Wirrungen in der Familie, die sowohl aus unsteten „Weltenbummlern“ als auch in Juist verwurzelten Insulanern besteht... und auch hier gilt: stille Wasser sind tief.

 

„Die vier Gezeiten“ ist ein Roman, den ich quasi in einem Rutsch durchgelesen habe, weil mich der Schreibstil der mir bislang unbekannten Autorin wirklich sehr gut gefallen hat. Sie schreibt sehr anschaulich:

 

„Ein schwarz gekleidetes junges Hausmädchen mit weißer Spitzenschürze und einer in Wellen gelegten Frisur schüttet heißes Wasser in eine blumige Teekanne.“

 

Durch solche Beschreibungen entsteht sofort ein passendes Bild vor meinem inneren Auge, da die Autorin auch auf scheinbar unwichtige Details wie „in Wellen gelegte Frisur“ achtet und so ein sprachlich harmonisches Gesamtbild schafft.

 

Alles in allem ist dieser Familienroman eine packende Geschichte rund um eine Familie, in der sich Geschehnisse wiederholen, die durch das Unvermögen, miteinander zu sprechen, entstanden sind. Der Roman ist ein Plädoyer für ein offenes Miteinander, damit Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden können und nicht Jahrzehnte lang in den Herzen aller schwelen...

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein

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