Zwei Wochen im Juni

*Werbung / Rezensionsexemplar*

Roman von Anne Müller, erschienen April 2020 im Penguin Verlag, Festeinband, 240 Seiten, ISBN 978-3328601098

 

 

„Auf dem Feldweg sagte Toni: 'Komm, wir spielen unser altes Spiel! Mir gehört die linke Hälfte der Welt und dir die rechte, okay?' “ (S. 52)

 

Ada und Toni (Antonia) sind Schwestern, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Während die durchstruktierte Toni als Lehrerin, Ehefrau und Mutter zweier fast erwachsenen Kinder mit Tempo durch die Welt rast, lässt Ada als Künstlerin die Welt um sich herum auf sich wirken... und das reflektiert auch der neuste Roman von Anne Müller, „der von dem erzählt, was bleibt“ (Zitat Buchcover).

 

Nach dem Tod der Mutter möchten die beiden Frauen das Haus verkaufen und räumen es daher gemeinsam aus, wobei vor allem Ada die Zeit nutzt, von der Umgebung und dem Haus an sich Abschied zu nehmen. Wir LeserInnen dürfen sie hierbei begleiten und werden so in eine interessante Welt auf zwei Ebenen – durch Rückblenden – mitgenommen. Zu einigen Fundstücken gibt es kleine Geschichte, die in leichter, unaufgeregter Sprache eingängig erzählt werden.

 

Trotz unspektakulärer Geschichtenführung hat der Roman unerwartet viel Tiefgang und dem Thema geschuldet natürlich auch viele Emotionen von Leichigkeit bis Schwermut, die das Buch interessant machen. Ich muss sagen, ich habe mich jederzeit gut unterhalten gefühlt und wollte das Buch zwischendurch auch nicht aus der Hand legen. Da es ja nur 240 Seiten hat, habe ich es in einem Rutsch durchgelesen.

 

Passend zur Geschichte finde ich auch die Buch-Ausstattung: Der Festeinband liegt einfach schöner in der Hand als ein Paperback; das Buch wirkt wie ein kleines Kunstwerk und die Farben Blau und Orange spiegeln das Ostseeblau und die Umgebung „am Ende der Welt“ wider. Blau spielt bei Ada eine große Rolle und es ist wunderbar, dass das Buchcover dies thematisch so aufgreift.

 

Für mich ist „Zwei Wochen im Juni“ ein Roman, der im Gedächtnis bleibt und den ich gerne nochmals zur Hand nehme. Die Geschichte wirkt so ehrlich, die Protagonistinnen so realistisch, dass mir alles in allem nur „pur“ einfällt.

 

Wer ein gutes Buch zur Unterhaltung sucht, wer abseits von Party und Trubel auch gerne mal die leisen Töne im Roman schätzt, dem kann ich diese April-Neuerscheinung wirklich ans Herz legen. Ich hätte im Buchhandel vermutlich nicht zugegriffen... aber ganz ehrlich: ich bin froh, dass ich es lesen durfte.

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein

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