Schokolade aufs Brot

Roman von Simona Pindeus, erschienen Juli 2019 im BOD Verlag, Paperback, 340 Seiten, ISBN 978-3746057408

 

Es gibt Romane, zu denen greift man aufgrund des Titels oder einen Schlüsselsworts - bei mir war dies das Wort „Schokolade“ im Buchtitel „Schokolade aufs Brot“. Und es gibt Romane, die mag man nicht mehr aus der Hand legen bzw. ist traurig, wenn die Geschichte zu Ende erzählt ist - und genauso erging es mir mit der Geschichte rund um die Kinderärztin Flora Sandig.

 

Flora Sandig ist Mutter zweier Kinder, frisch geschieden und mit Sack & Pack wieder im Elternhaus eingezogen. Sie ist behütet aufgewachsen, ihre Eltern erwarten von ihr die Übernahme der väterlichen Kinderarztpraxis und sie hat sich entgegen dieser Erwartungen eine Stelle in der nahegelegenen Klinik gesucht. Dort trifft sie (man nehme das bitte wörtlich +g+) auf einen attraktiven Kollegen und schon geht der scheinbar vorhersehbare Reigen los...

 

Nein, diese romantische Komödie macht es uns LeserInnen nicht so einfach! Natürlich ist der Hauptstrang vorhersehbar, aber die Geschichte lebt von kleinen und größeren Wirrungen, von einer ordentlichen Portion Humor und ganz viel Leben; es macht so viel Spaß, sich von dem lockeren Schreibstil der Autorin mitreißen zu lassen. Nicht kitschig, sondern humorvoll und manchmal auch so gut nachvollziehbar bekommen wir eine Geschichte rund um den Neuanfang und die Verarbeitung der Vergangenheit erzählt. Und bekommen Bilder in den Kopf gesetzt, die lange nachhallen...

 

„'Stehst du auf Zimt“' Sie fragte auf halber Höhe der Treppe, während sie Stufe für Stufe auf ihn zukam und das Pflaster auf die Schnittwunde klebte.

 

'Zimt?' Er sah zu ihr auf. 'Willst du mir auch davon noch eine Tüte über den Kopf schütten? Das ist Rotwein, kein Tequila.'“ (Auszug S. 199)

 

Schuld an dem Nachhall sind auch die wunderbaren Figuren, die den Roman tragen: sei es Floras Mutter, deren Anrufe mit „God save the Queen“ angekündigt werden oder Julians Schwester mit dem Herz auf der Zunge und noch viele mehr. Ja, ich habe mich sofort wohlgefühlt in Floras Welt und mir so manches Mal gewünscht, Julian (den attraktiven Kollegen) nicht nur „zu lesen“, sondern auch sehen zu können. Ich konnte das Jonglieren zwischen Muttersein, Pflichtbewußtsein am Arbeitsplatz und Frausein nachvollziehen und hätte Flora noch gerne länger in ihrem Leben begleitet... alles in allem ist dieser Roman daher einer der Überraschungen des Sommers, die ich aus einem Selfpublisher Verlag nicht erwartet hätte! Eine Leseempfehlung an alle, die sich gerne humorvoll unterhalten lassen möchten und das nicht nur oberflächlich – danke, Simona Pindeus, für diesen tollen Roman, dem hoffentlich noch viele folgen werden.

 

Verfügbar als Kindle eBook oder Taschenbuch:

 

 

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© Kathrin Nievelstein - Hinweis: Bei allen Berichten handelt es sich um die subjektive Meinung der Autorin. Diese stellen keine objektive Berichterstattung dar. Daher ohne Gewähr.