Die Schwestern Chanel

*Werbung / Rezensionsexemplar*

 

Roman von Judithe Little, erschienen Dezember 2020 im HarperCollins Verlag, Paperback/Taschenbuch, 400 Seiten, ISBN 978-3959675659

 

 

„Vielleicht geschahen große Veränderungen nicht durch einen einzigen mutigen Schritt. Wir waren nicht in Paris, aber wir hatten es versucht. (…) So bewegte man sich von einem Punkt zum nächsten, vom Fall für die Wohlfahrt zur élégante. Man akzeptierte einfach nicht, was andere behaupteten, wer man war. Man entschied für sich selbst.“ (Auszug S. 79)

 

 

Die drei Schwestern Julia-Berthe, Gabrielle und Antoinette wachsen mit ihren Brüdern als Kinder fahrender Händler auf. Als die Mutter stirbt, bringt ihr Vater sie mit dem Versprechen, er komme wieder zurück, ins klösterliche Waisenhaus. Der durchstrukturierte Alltag ist streng, aber durch ihre gleichaltrige Tante Adrienne lernen sie zu träumen, was sich hinter den Klostermauern befinden könnte... und als die drei alt genug sind, gehen sie ihre eigenen Wege. Während Julia-Berthe bei den Großeltern hilft und nur wenig Kontakt zu ihren beiden Schwestern hat, finden diese immer wieder zusammen: sie bleiben über Adrienne in Kontakt und verbringen immer wieder Jahre miteinander, in denen sich die einfachen Klosterschülerinnen langsam zu erfolgreichen Hut- und Modemacherinnen entwickeln. Jedoch behalten beide Schwestern ihre Art bei: Gabrielle ist die Extravagante und künstlerisch Inspirierte, während Antoinette die etwas Bodenständigere ist, die sowohl Traditionelles schätzt als auch neugierig auf Neues ist. So ergänzen sich die beiden ausgezeichnet und werden beruflich immer erfolgreicher...

 

Insoweit erwartet man aufgrund des Buchtitels diesen Inhalt rund um die berühmte Modemacherin Coco Chanel, deren Geschichte hier aus Sicht ihrer jüngeren Schwester Antoinette erzählt wird. Aber wir erfahren noch viel mehr: wir begleiten die beiden Schwestern in ihrer Entwicklung vom kleinen Mädchen mit Träumen und Verlustängsten bis zur erwachsenen Frau mit Visionen, die sich miteinander verbunden fühlen. Wir tauchen ein in die Gefühlswelt von Antoinette, die immer wieder auch Gabrielle und Adrienne beschreibt und uns so an den unterschiedlichen Leben der „drei Grazien“ teilhaben lässt. Einzig Julia-Berthe fällt ein wenig aus dem Erzählrahmen, was ich sehr schade finde.

 

Die amerikanische Autorin schafft es mit ihrer bildhaften Sprache Situationen zu kreiieren, die mich beim Lesen so gefesselt haben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Dabei ist der Roman gut strukturiert, da die Kapitel kurz gehalten und das Buch in einzelne Zeitabschnitte unterteilt ist. So lassen sich auch 400 Seiten flüssig und unangestrengt lesen.

 

Mich hat als Erstes das Cover angesprochen, welches einen guten Kontrast zwischen Strenge (durch das Schriftbild und den Kasten mit Buchtitel) und der französischen Opulenz (dargestellt durch den Hintergrund) geschaffen hat. Hier wurden der Kontrast der beiden Schwestern und auch der Modestil Chanel auf das Cover übertragen – klasse!

 

Alles in allem ist „Die Schwestern Chanel“ ein nicht immer authentischer, weil mit schriftstellerischer Fantasie versetzter Roman, den ich sehr gerne gelesen habe, auch wenn ich nicht wirklich Highfashionaffin bin. Für wahre Fans der französischen Modeikone mag die Geschichte zu weit hergeholt sein – obwohl man anhand der Zeitleiste am Ende des Buchs sehr gut den Romanablauf wiedererkennen kann. Aber ich fühlte mich wunderbar unterhalten und behalte die Geschichte rund um die Schwestern Chanel gerne in Erinnerung.

 

 

 

 

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© Kathrin Nievelstein

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