Die Kaffee-Dynastie – Tage des Aufbruchs (Band 1)

*Werbung / Rezensionsexemplar*

 

Roman von Paula Stern, erschienen Oktober 2020 im HarperCollins Verlag, Paperback/Taschenbuch, 320 Seiten, ISBN 978-3959675406

 

 

„Wenn meine Geschichte, meine Erinnerungen, dazu beitragen können, dass auch nur ein Mensch umdenkt, über seine Taten nachdenkt, bevor er handelt, seinen Hass überwindet und sich den Menschen zuwendet, dann ist es wichtig und richtig, dass ich dieses Buch verfasse.“ (Auszug S. 139)

 

Herzlich Willkommen in Aachen – einer besonderen Stadt im Dreiländereck mit viel Geschichte, die so gar nicht verstaubt ist, wie sie manchem aus dem Geschichtsunterricht erscheint. Paula Stern (alias Susanne Oswalt, Autorin u.a. von Der kleine Strickladen in den Highlands) nimmt uns mit in eine faszinierende Stadt, der ich mich aufgrund meiner wohnlichen Nähe besonders verbunden fühle. Und so waren meine Erwartungen an diese Buchreihe „Die Kaffee-Dynastie“ rund um Corinne und die Familie des Kaffeebarons Ahrensberg natürlich recht hoch.

 

Band 1 „Tage des Aufbruchs“ wird in 2 Ebenen erzählt: In der Vergangenheit erfahren wir durch eine Art nachträgliches Tagebuch (siehe Auszug oben) den Weg von Eberhard Ahrensberg rund um 1945, der sich einerseits schuldig fühlt durch die Taten seines Vaters, da dieser im Naziregime für viele Deportationen und andere Gräueltaten verantwortlich war. Andererseits fühlt der junge Mann sich gegenüber seiner Mutter und seinen Geschwistern verpflichtet, sie nach dem Krieg über Wasser zu halten. In diesem Zusammenhang lernen wir u.a. ein wenig über den Kaffeeschmuggel, der nach Kriegsende tatsächlich im Dreiländereck blühte.

 

In der Gegenwart lernen wir Corinne kennen, die Tochter des Kaffeebarons Ahrensberg, welche die besondere Leidenschaft zu Kaffee von ihrem Großvater geerbt hat. Da ihr Vater und ihr Bruder allerdings eher die Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund stellen, kommt Corinne immer mehr in einen Gewissenskonflikt, der sie letztendlich ihren eigenen Weg gehen lässt.

 

Zusätzlich hat Paula Stern noch weitere Geschichten (z.b. um besondere Steine am Aachener Dom) eingebaut, was wie ein Versuch erscheint, die Vielfalt der alten Domstadt wiederzugeben. Leider ist der Autorin dies meines Erachtens nur teilweise gelungen, da Aachen bzw. das Dreiländereck als Kulisse und gerade die Geschichte Aachens am Ende des zweiten Weltkriegs so viel mehr her gibt.

 

Ähnlich wie in zuvor gelesenen Romanen der Autorin bin ich zwiegespalten: einerseits gefällt mir die eingängige Erzählsprache, die bildhafte Weise, wie uns die Ideen näher gebracht werden; andererseits bietet die Grundidee des Romans so viel mehr Spielraum! Dem Roman würde mehr Tiefe und Ausarbeitung gut tun... die Recherchen dazu z.B. am Westwall wurden ja gemacht. Daher freut es mich übrigens ganz besonders, dass „Memoire nomade“ (Letzte Spur Aachen 2000) am Aachener Dom einen Platz gefunden hat – bitte in den Folgebänden mehr davon! Leider wirkt im ersten Band so manche Erzählung „dahin gehuscht“. Ich habe beim Lesen immer mal wieder an historische Romane über München oder Wien gedacht – die ebenfalls in zwei Zeitebenen geschrieben wurden – welche einem die jeweilige Stadt aber mit solch einer Leidenschaft und Detailgenauigkeit wiedergeben, dass man fast das Gefühl hat, selbst durch die entsprechende Stadt zu schlendern.

 

Da mich die Grundidee rund um Corinne und ihren Großvater Eberhard aber gepackt hat, werde ich sicherlich in Band 2, der im März 2021 erscheinen soll, reinschauen. Und darf Band 1 als leichte Unterhaltung bei einer Tasse Kaffee trotz kleiner Schwächen gerne weiter empfehlen.

 

Ein Wort noch zum Cover: Dieses gefällt mir in den Farben und der Aufteilung richtig gut! Ein Hingucker, der mich erst auf das Buch aufmerksam werden ließ.

 

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© Kathrin Nievelstein

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